80 Jahre Sz Aber Objektiv Könnten Sie Doch Wenigstens Sein

Emily Johnson
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80 jahre sz aber objektiv könnten sie doch wenigstens sein

Ist die SZ-Redaktion eine Organisation, die nicht weiß, was sie inhaltlich will? Zur Trennung von Nachricht und Meinung, und dem menschlichen Faktor im Journalismus. Zum Beispiel diese Mail eines Lesers, neulich, im Sommer. Es komme ihm so vor, schrieb der Mann, als ob sich persönliche Wertungen einzelner Redakteurinnen und Redakteure zunehmend in Nachrichtenartikel einschlichen. „Dafür ist das Meinungsformat vorgesehen, nicht aber der Bericht.“ Der Leser schrieb aus München, es ging ihm darum, dass wir über eine Straße im Zentrum geschrieben hatten, dort sollten Radler „endlich“ mehr Platz bekommen.

Keine große Sache. Aber darum geht’s nicht. Wichtig war der Erinnerungsruf als solcher: dass das Publikum der SZ auf kaum etwas so empfindlich reagiert wie auf die Vermischung von Nachricht und Meinung. Zu Recht. Die kommt immer wieder mal vor, in allen Medien. Obwohl in den Journalistenschulen, praktisch an Tag eins, diese Trennung gelehrt wird.

Obwohl es primär im Politikjournalismus gar keinen Dissens dazu gibt (von zwei Ausnahmen abgesehen: dem Boulevard, dem sie nie als Wert an sich galt, sowie jenen neuen Medien, deren Geschäft in der Aufwiegelung besteht). Manchmal kippt die Schilderung eines Ereignisses in eine Bewertung desselben; aber das ist eigentlich selten. Häufiger ist, dass man in einem nachrichtlichen oder analysierenden Text jäh über kommentierende Einsprengsel stolpert. Dann heißt eine Organisation nicht rechts, sondern rechtslastig (was abwertend klingt). Dann heißt es über die nicht zustande gekommene Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf ans Bundesverfassungsgericht: „Der Schaden ist angerichtet“ – was kein Fakt, sondern dessen Bewertung ist. Und dann gibt es Kommentierungen, die womöglich gar nicht gewollt sind, sondern eher Unbeholfenheit verraten.

Wer über „mutmaßlich“ illegale Einwanderer in den USA schreibt, beurkundet diese Etikettierung durch die Regierung Trump praktisch als zutreffend. Wer wiederum eine Donald Trump zugeschriebene Geburtstagszeichnung für den Sexualverbrecher Jeffrey Epstein mit dem Adjektiv „angeblich“ versieht, teilt im Subtext mit, dass an diesem Vorwurf gegen Trump eher nichts dran sei. Detlef Esslinger weist auf einen Fehler hin, den der Deutschlandfunk täglich in seiner Presseschau macht. „Heute wollen sie in der SZ den Taurus liefern, gestern nicht. Heute sind sie für Steuererhöhungen, gestern waren sie dagegen. Ist die SZ-Redaktion also eine Organisation, die nicht weiß, was sie inhaltlich will?

Ja, ist sie. Eine Redaktion ist keine Fraktion. Eine Fraktion muss mit einer Stimme sprechen, um arbeitsfähig zu bleiben. Eine Redaktion will Diskurs ermöglichen und organisieren: heute diese Argumente von dem einen Kollegen, übermorgen dann die von der Kollegin. Im Deutschlandfunk gibt es täglich eine Presseschau, darin werden Kommentare aus Zeitungen vorgelesen. Zum Ende des Zitats heißt es dann oft: „....

meint die Süddeutsche Zeitung“. Worauf die Süddeutsche Zeitung aber Wert legt: Dieser Satz muss immer falsch bleiben. Hier meinen immer nur einzelne Autorinnen und Autoren. Die SZ selbst hingegen meint nie etwas; in Kommentaren nicht, und in Berichten erst recht nicht.“ https://lnkd.in/eZS6RACM Zum Anzeigen oder Hinzufügen von Kommentaren einloggen Sinkende Werbeeinnahmen, Stellenabbau und Druck durch Tech-Konzerne und KI: Wie die gesamte Branche steht die Süddeutsche Zeitung vor Problemen.

Jetzt feiert sie ihr 80. Jubiläum. Vor welcher Zukunft steht die SZ? Die Chefredakteure im Gespräch. Über dieses Thema berichtet: BR24 Medien am 05.10.2025 um 14:05 Uhr. Die Süddeutsche Zeitung hatte kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die erste Presselizenz von den amerikanischen Besatzungsbehörden in Bayern bekommen.

Am 6. Oktober 1945 erschien die erste Ausgabe. "Das war die erste freie Zeitung nach zwölf Jahren Diktatur", betont Wolfgang Krach, Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung. "Das heißt für mich schon, dass wir eine besondere Verpflichtung haben." Es gehe darum, so Krach im Interview mit BR24 Medien, Meinungsfreiheit und Demokratie zu verteidigen und sich jeder Form von Extremismus entgegenzustellen und das "bis an die Grenze dessen, was möglich ist". Man dürfe dabei allerdings "nicht aktionistisch" sein, es gehe immer um eine klare Trennung zwischen Bericht und Kommentar.

Stolz verweist Krach, der die Redaktion der Süddeutschen zusammen mit Judith Wittwer leitet, dabei auch auf eine besondere Symbolik. Um die Druckplatten für die erste SZ-Ausgabe zu produzieren, waren damals Bleisätze von Adolf Hitlers "Mein Kampf" eingeschmolzen worden. Seit Längerem steht die SZ allerdings wirtschaftlich unter enormem Druck. Der massive Rückgang der Printauflage (seit 2017 um mehr als 100.000 auf aktuell ca. 250.000 Exemplare) und sinkende Werbeeinnahmen sind maßgebliche Ursachen dafür. Deshalb wurde in den vergangenen Jahren immer wieder Personal abgebaut.

2024 hieß es, dass etwa 30 Vollzeitstellen gestrichen werden sollten. Der Betriebsrat nannte dies damals ein Vorgehen "mit der Kettensäge" (externer Link, Bezahlinhalt) . Klaus Meier, Professor für Journalistik an der Uni Eichstätt-Ingolstadt spricht in dem Zusammenhang von einem "Braindrain", denn zahlreiche profilierte Journalisten hätten die SZ in den vergangenen Jahren verlassen. 17. Juli 2025 um 15:39 Uhr von Gregor Leip (Kommentare: 2) Zum 80.

Jubiläum der Süddeutschen Zeitung feiert Steinmeier sie als „Hüterin der Demokratie“. Doch ihre Berichterstattung zu Migration, Corona, Ukraine und AfD zeigt: Die SZ vertieft Spaltungen und schadet der demokratischen Debatte. Das muss Satire sein – Frank-Walter Steinmeier zum 80. Geburtstag der Süddeutschen Zeitung: „Ich bin überzeugt: Gerade jetzt, in diesen unruhigen und beunruhigenden Zeiten, gerade jetzt brauchen wir diese Art von Journalismus. Denn wir erleben ja, dass viele Menschen angesichts von Krisen, Veränderungen, Kriegen und Desinformation ein besonders großes Bedürfnis nach Orientierung haben. Und wir erleben zugleich, dass die ökonomische Logik der sozialen Medien – blitzschnell verkürzen, zuspitzen, skandalisieren, polarisieren und eskalieren –, dass dieser rücksichtslose Kampf um Klicks gerade nicht geeignet ist, das Bedürfnis nach Orientierung...

In seiner Rede zum 80-jährigen Jubiläum der Süddeutschen Zeitung (SZ) feiert Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Zeitung als „liberale, unabhängige und staatsferne Wächterin der freiheitlichen Demokratie“. Er lobt ihren „freien, aber verantwortungsbewussten Journalismus“, der Orientierung biete, Missstände aufdecke und die demokratische Debatte fördere. Meint er das wirklich ernst und wer glaubt das noch? In dieser Zeit muss man sich öfter fragen, ob die vortragenden etablierten Polit- und Medienvertreter selbst noch glauben, was sie den Bürgern auftischen. Naheliegender erscheint, dass sie um ihre Münchhausen-Erzählungen wissen, aber diese einer höheren Sache wegen billigend in Kauf nehmen. Denn bei näherer Betrachtung zeigt sich doch, dass die SZ in zentralen politischen und gesellschaftlichen Fragen – von der illegalen Massenmigration über die Corona-Pandemie bis hin zum Ukraine-Krieg und der Berichterstattung über die Alternative...

Und der Demokratieabbau für sich genommen wird ja von diesen Akteuren nicht einmal bestritten. Aber Schuld daran sind „Nazis“. Und „Nazi“ ist, wer eine andere Auffassung hat und diese öffentlich und demokratisch kundtun will. Entgegen Steinmeiers überschwänglicher Lobeshymne gefährdet die SZ durch ihre Berichterstattung die Demokratie. Steinmeier betont zum Jubiläum, die SZ sei ein Medium, das „Fakten prüft, Lügen entlarvt“ und „die Welt in ihrer ganzen Vielfalt und Widersprüchlichkeit abbildet“. Doch die Berichterstattung zur illegalen Massenmigration, insbesondere seit der Flüchtlingskrise 2015, zeigt ein anderes Bild: Die SZ hat sich als Sprachrohr einer moralisch aufgeladenen Willkommenskultur positioniert, die kritische Perspektiven bekämpft.

Statt die Herausforderungen – etwa die Belastung sozialer Systeme, kulturelle Spannungen oder Sicherheitsrisiken – differenziert darzustellen, dominierte ein antideutsches Narrativ der uneingeschränkten und bedingungslosen Humanität, das abweichende Meinungen als fremdenfeindlich abstempelte. Ein frühes Beispiel ist die Berichterstattung über die Silvesternacht 2015/16 in Köln: Sexuelle Übergriffe gegen eine vierstellige Zahl deutscher Frauen, Vergewaltigungen, bandenmäßig organisierte Diebstähle von Nordafrikanern, über tausend Anzeigen bei der Polizei. Während die Neuen Medien zeitnah über die sexuellen Übergriffe durch Migranten berichteten, zögerte die SZ, die ethnische Herkunft der Täter klar zu benennen, und fokussierte stattdessen knapp eine Woche später auf so etwas, wie... Am 10. Januar 2016 veröffentlichte die Zeitung zudem eine Entschuldigung, sie hatte eine Illustration gezeigt, welche die tatsächlichen Ereignisse grafisch wiederspiegeln sollten: „Eine schwarze Männerhand greift zwischen zwei weiße Frauenbeine“, wie der Spiegel zitierte. Der damalige Chefredakteur schrieb zur vielkritisierten Illustration: „Sie bedient stereotype Bilder vom 'schwarzen Mann', der einen 'weißen Frauenkörper' bedrängt“ und kann so verstanden werden, als würden Frauen zum Körper verdinglicht und als habe sexuelle...

Beides wollten wir nicht.“ Was die vielen Opfer der Übergriffe und Vergewaltigungen nicht wollen, unterscheiden sich demnach von dem, was der SZ-Chefredakteur nicht wollte. Die Frauen wollen nicht von Nordafrikanern vergewaltigt und sexuell auf das Übelste bedrängt und obendrein noch ausgeraubt werden. Die vielfache Unterlassung der SZ, Fakten klar zu kommunizieren, widerspricht ohne jeden Zweifel Steinmeiers Ideal der „sachlichen und wahrheitsgemäßen“ Berichterstattung. Aber was soll das dann? Sie trägt dazu bei, dass Bürger sich bevormundet fühlen – ein Angriff auf das Vertrauen in die demokratische Öffentlichkeit. Während der Corona-Pandemie präsentierte sich die SZ als Bastion der Wissenschaftlichkeit – doch oft war das Gegenteil wahr: Die Berichterstattung war paternalistisch und marginalisierte abweichende Meinungen.

Steinmeier lobt die SZ dafür, dass sie „Fehler offenlegt und korrigiert“. Doch in der Corona-Berichterstattung zeigte sie sich unmenschlich und unnachgiebig in ihrer Unterstützung staatlicher Maßnahmen, ohne diese kritisch genug zu hinterfragen. Nur ein markantes Beispiel ist die Berichterstattung über Lockdowns und Impfpflichtdebatten. Die SZ stellte staatliche Vorgaben schnell als alternativlos dar, während Kritiker – etwa an Schulschließungen oder der Impfpflicht – als „Querdenker“ oder „Verschwörungstheoretiker“ diffamiert wurden. Das Urgestein der SZ, Heribert Prantl, erklärte im Mai 2021 ganz im Sinne der Bundesregierung in einer SZ-Videokolumne: „Früher waren Querdenker Vorwärtsbringer. Das war vor Corona.

Jetzt wird der Begriff von Menschen gekapert, die den Rechtsstaat in Frage stellen. Dem muss man widerstehen.“ Warum muss man das? Angesichts der weltweiten Krisen und der Herausforderungen für Demokratien hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einem freien und verantwortungsbewussten Journalismus eine hohe Bedeutung zugemessen." Ein solcher Journalismus gibt Bürgerinnen und Bürgern die Mittel in die Hand,... Viele Menschen hätten angesichts von Krisen, Veränderungen, Kriegen und Desinformation ein "besonders großes Bedürfnis nach Orientierung". Zugleich erlebe man, dass die ökonomische Logik der sozialen Medien - blitzschnell verkürzen, zuspitzen, skandalisieren, polarisieren und eskalieren -, dass dieser rücksichtslose Kampf um Klicks gerade nicht geeignet sei, das Bedürfnis nach Orientierung zu... "Die permanente Lautstärke, der rüpelhafte Ton, die ständig neuen Empörungswellen, der tägliche Wettbewerb um größtmögliche Skandalisierung des Banalen, all das führt nicht dazu, dass wir uns besser zurechtfinden, sondern, dass wir uns schlechter fühlen...

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