Bafin Warnt Vor Klimarisiken Fürs Bankgeschäft Dfpa
Banken wissen bei der Vergabe von Krediten viel über ihre Kunden. Was bislang kaum in die Schuldnerbewertung einfließe, seien Klimarisiken, moniert die deutsche Finanzaufsicht. Banken und Versicherungen haben hohe Risiken wegen der Folgen des Klimawandels nicht ausreichend im Griff - so das Urteil von Deutschlands obersten Finanzaufsehern. "Vielen Unternehmen fehlen wichtige Daten", sagte Mark Branson, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), heute bei der Präsentation eines Risikoberichts in Frankfurt am Main. Es gehe um "konkrete Auswirkungen der Erderwärmung" auf das Geschäft von Banken und Versicherungen, etwa bei Überschwemmungen, Dürren und Feuersbrünsten. Die Bundesbank und die Finanzaufsicht BaFin haben 1.200 kleine und mittelgroße Banken geprüft.
mehr Zwar wüssten Banken über ihre Kreditkunden grundsätzlich gut Bescheid. Wichtige Daten zu den Standorten der Kunden würden aber nicht systematisch gesammelt und verknüpft. Ob eine Fabrik oder ein Haus in einem Überschwemmungsgebiet steht, welchen Hochwasserschutz es gibt und ob örtliche Bauvorschriften zum Schutz beitragen, ist den Finanzunternehmen laut BaFin weithin unbekannt. Branson kündigte an, dieses Jahr Banken und Versicherungen zu besserer Vorsorge zu drängen. Die Bankenaufsicht will in Überschwemmungsgebieten tätige Banken künftig besonders unter die Lupe nehmen.
mehr Klimawandel, Geopolitik und Konjunkturschwäche setzen den Finanzsektor zunehmend unter Druck. Banken und Versicherer seien bisher nicht in der Lage, die finanziellen Folgen von Bränden, Dürren oder Überschwemmungen präzise zu erfassen, beklagt Mark Branson, Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Der Grund: Es fehlen zuverlässige Daten. Banken und Versicherungen müssten Klimarisiken stärker in ihre Modelle einbeziehen, insbesondere durch Extremwetterereignisse. Sechs zentrale Risiken stehen laut des aktuellen Risikoberichts der BaFin dabei im Fokus: Korrekturen an Immobilien- und Finanzmärkten, steigende Kreditausfälle, Cybergefahren, unzureichende Geldwäscheprävention und Abhängigkeiten bei IT-Dienstleistungen.
Zudem bergen Digitalisierung, Klimatransformation und geopolitische Entwicklungen sowohl Chancen als auch erhebliche Risiken. BaFin-Präsident Branson betont auf der Pressekonferenz zur Vorstellung des Berichts die Notwendigkeit, Risiken vorausschauend zu managen und Unternehmen auf Cyberangriffe und technologische Entwicklungen wie Quantencomputing vorzubereiten. Auch geopolitische Spannungen könnten das Finanzsystem weiter belasten, so Branson. Angesichts der dynamischen Risikolage fordere die Finanzaufsicht von Unternehmen neben einer vorausschauenden Strategie auch eine hohe Widerstandsfähigkeit, um künftige Schocks abfedern zu können. (DFPA/abg) Den vollständigen Risikobericht der BaFin finden Sie hier.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Bonn und Frankfurt am Main. Sie vereinigt die Aufsicht über Banken und Finanzdienstleister, Versicherer und den Wertpapierhandel unter einem Dach. Ihr Hauptziel ist es, ein funktionsfähiges, stabiles und integres deutsches Finanzsystem zu gewährleisten. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Suchbegriff darf nicht mit Fragezeichen oder * beginnen Zwar setzen sich viele Unternehmen des Finanzsektors grundsätzlich mit den physischen Risiken des Klimawandels auseinander, doch es gibt noch viel Luft nach oben.
Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der BaFin. Dabei wurde deutlich: Insbesondere von einer vollständigen Integration in das Risikomanagement kann noch keine Rede sein. Von Nadja Auert-Bohlander, Wiebke Buck und Stephanie Wienstroer, Zentrum Sustainable Finance der BaFin Die Erdatmosphäre erwärmt sich immer schneller. Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigen das eindeutig. Die zehn wärmsten Jahre seit 1881 sind in den vergangenen 25 Jahren aufgetreten.
2023 und 2024 erlebte Deutschland jeweils einen Allzeitrekord in der Jahresmitteltemperatur. Jahresmitteltemperaturen, die zwischen 1881 und 1990 extrem hoch waren, sind heute laut DWD normal. Und das heißt für uns: Es dürfte häufiger zu Naturkatastrophen kommen. Und ihre Schäden fallen potenziell größer aus. Kurzum: Die physischen Risiken des Klimawandels steigen. Alison ist promovierte Finanzökonomin und arbeitet bei Finanzwende zu Nachhaltigkeitsrisiken, Greenwashing und Finanzaufsicht.
Nach ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre und politischen Ökonomie forschte sie an der Universität Mannheim zu den realwirtschaftlichen Auswirkungen von Finanzmärkten und beschäftigte sich beim Tax Justice Network mit Finanzkriminalität und Steuerhinterziehung. In einer Zeit, in der große Finanzakteur*innen vor Klimaleugner*innen einknicken, beweist BaFin-Chef Branson Weitsicht und warnt vor den Auswirkungen der Klimakrise auf das Finanzsystem: Banken und Versicherer seien bisher nicht in der Lage, die... Der Grund: Es fehlen zuverlässige Daten. Ohne diese Daten sind weder Risikobewertung noch Risikomanagement möglich – Klimarisiken eingeschlossen. Fehlen Informationen zur Verwundbarkeit gegenüber Extremwetter, kann eine Bank nicht abschätzen, wie stark ein Unternehmen von Überschwemmungen oder Dürren betroffen wäre. Ohne Angaben zum CO₂-Ausstoß lässt sich nicht beurteilen, welche Firmen durch steigende Emissionspreise unter Druck geraten.
Und ohne Transparenz über die Nachhaltigkeitsstrategie eines Unternehmens bleibt unklar, ob es langfristig zukunftsfähig ist. In den vergangenen Jahren hat die EU den Weg für mehr Transparenz geebnet. Regeln zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichten Unternehmen, detaillierte Daten offenzulegen. Auch wenn diese Standards stellenweise verbessert werden können, bilden sie eine unverzichtbare Grundlage, um Klimarisiken realistisch zu bewerten und Greenwashing zu verhindern. Man sollte meinen, dass deutsche Politiker*innen diesen Fortschritt unterstützen – schließlich geht es um die Stabilität des Finanzsystems. Doch das Gegenteil ist der Fall.
Die deutsche Finanzaufsicht erwartet ein herausforderndes Jahr für Banken und Versicherer. Neben IT-Risiken rücken die Folgen des Klimawandels vermehrt ins Visier der Bafin. Welche sechs zentrale Gefahren sie für 2025 identifiziert. Benita Rathjen (Redakteurin) // 29.01.2025 in Bafin // Lesedauer: 3 Minuten Die deutsche Finanzbranche steht 2025 vor komplexen Herausforderungen. „Es gibt zurzeit nicht das eine, zentrale Risiko.
Die Lage ist vielschichtig“, warnt Bafin-Präsident Mark Branson bei der Vorstellung des Risikoberichts seiner Behörde. Ein besonderes Problem: Für viele der aktuellen Risikotreiber fehlen historische Erfahrungswerte. Die Finanzaufsicht sieht vor allem die zunehmenden physischen Risiken des Klimawandels mit Sorge. Diese schlügen sich in den Kreditportfolios der Banken und den Schadenssummen der Versicherer nieder. „In Europa könnten mehr als 30 Prozent des jährlichen Schadenbudgets für Naturkatastrophen schon in den ersten Tagen des Jahres aufgebraucht werden“, so Branson. Die Bafin identifiziert in ihrem Ausblick sechs zentrale Risiken für den Finanzsektor:
Häuser, die niemand versichert, Kredite, die nach Naturkatastrophen niemand bezahlt: Die Finanzaufsicht warnt so deutlich wie nie vor den Folgen des Klimawandels für Banken und Versicherer. Von Friederike Krieger und Meike Schreiber, Frankfurt Während die Klimakrise im Bundestagswahlkampf bislang kaum eine Rolle spielt und immer mehr große Wall-Street-Banken aus Klima-Allianzen aussteigen, warnt die deutsche Finanzaufsicht Bafin so deutlich wie nie vor den Risiken der Erderwärmung für Banken... Katastrophen wie die Brände in Los Angeles oder die Überschwemmungen in Spanien zeigten das Ausmaß der Schäden, die der Klimawandel bereits jetzt verursacht, sagte Bafin-Chef Mark Branson am Dienstag in Frankfurt. Allein die Brände in Kalifornien hätten Schäden von bis zu 150 Milliarden Dollar verursacht. Diese Belastungen werden auch den Finanzsektor treffen: Versicherer müssen enorme Schadenssummen schultern, Banken ihre Kredite für Häuser in betroffenen Gegenden abschreiben.
„Die Unternehmen des Finanzsektors müssen sich intensiver mit den physischen Risiken des Klimawandels auseinandersetzen“, sagte Branson. Bislang hat die deutsche Finanzaufsicht Klimarisiken eher am Rande behandelt, während die europäische Bankenaufsicht das Thema schon länger ernst nimmt. Dabei lag der Fokus der Aufseher bisher aber vor allem auf den sogenannten transitorischen Risiken. Diese entstehen, wenn fossile Technologien wie Kohlekraftwerke wegen Klimaschutzmaßnahmen nicht mehr benötigt werden und die Kredite dafür abgeschrieben werden müssen. Das Thema Klimawandel ist aber spätestens mit der neuen US-Regierung in den Hintergrund gerückt oder wird in den USA sogar aktiv bekämpft. Zuletzt haben sich viele große Banken aus wichtigen Klima-Allianzen zurückgezogen, in denen sie sich zuvor auf Klimaziele verpflichtet hatten.
Mit dem Fokus auf physische Risiken sendet die Bafin nun jedoch auch eine beunruhigende Botschaft: Weil die Politik zu wenig dagegen unternimmt, könnte sich der Klimawandel als unaufhaltsam erweisen. Die Finanzbranche müsse sich daher darauf vorbereiten. „Es ist schwierig, in demokratischen Ländern einen Konsens für umweltpolitische Entscheidungen zu finden“, sagte Branson. Die Gefahr, dass der Klimawandel nicht eingedämmt werden kann, sei real. „Das ist eine realistische Einschätzung.“ Frankfurt.
Die Finanzaufsicht Bafin warnt zwar häufig vor steigenden Klima- und Umweltrisiken – etwa durch klimaschädliche Investitionen von Banken und Versicherern. Doch sie kontrolliert selten im Detail, ob Finanzunternehmen solche Risiken ausreichend berücksichtigen. Das geht aus den Antworten zu einer Kleinen Anfrage der Grünen hervor, die dem Handelsblatt vorab vorlag. Danach führte die Bafin 2024 bei drei Banken eine „ESG-Fokusprüfung“ durch. ESG steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (gute Unternehmensführung) und wird häufig unter dem Begriff Nachhaltigkeit zusammengefasst. Hinzu kam eine Stichproben-Untersuchung der Bafin im Jahr 2024 unter zehn Banken und zehn Versicherern.
Für das laufende Jahr seien bei der Bafin gar keine „Prüfungskampagnen mit dem Thema ESG-Risiken“ in den operativen Geschäftsbereichen vorgesehen, schreibt die Bundesregierung. Der Ausblick für 2026 ist vage. Die Versicherungsaufsicht der Behörde plane „ein Jahresziel 2026, das den Umgang der Institute mit ausgewählten physischen Klimarisiken adressiert“, teilte die Bunderegierung mit. Wo die Schwerpunkte liegen sollen und welche Versicherer davon betroffen sein werden, steht noch nicht fest. Nutzen Sie institutional-money.com mit Ihrer Zustimmung zur Verwendung von Cookies für Webanalyse und Werbemaßnahmen. Die Zustimmung ist jederzeit widerrufbar.
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