Beutelsbacher Konsens Heute Theorie Politische Bildung

Emily Johnson
-
beutelsbacher konsens heute theorie politische bildung

Demokratie ist die einzige politisch verfasste Gesellschaftsordnung, die gelernt werden muss. Hierfür braucht es gute, qualifizierte Politische Bildung! Das Berufsfeld ist dabei aktuell und traditionsreich zugleich. Was ist Politische Bildung eigentlich und welche Ziele verfolgt dieses Berufsfeld? Und wie mache ich überhaupt gute, qualifizierte politische Bildung? Was macht heutzutage eine gute politische Bildung aus, die der Vielzahl an Lebenswelten gerecht wird und sich an Diversität und Pluralität ...

Anbieter: Bundesausschuss politische Bildung e.V Die Corona-Pandemie bringt notgedrungen einen Digitalisierungsschub mit sich. Doch welche Formate und Angebote sind dauerhaft sinnvoll? Wie können wir in der Krise eine digitale politische Bildung nachhaltig aufbauen? Welchen Hindernisse und Chancen begegnen wir auf diesem Feld? bpb-Präsident Thomas Krüger nimmt in diesem Podcast ausführlich Stellung: "Ich freue mich, dass wir uns nicht ins Boxhorn jagen lassen durch diesen Ausfall von Veranstaltungen, sondern neue Varianten und Formen von Veranstaltungen ...

Anbieter: Bundeszentrale für politische Bildung Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass vieles im Bereich digitales Lernen und Lehren ausprobiert wurde. Wie lässt sich der digitale Unterricht am besten organisieren? Was brauchen die Schülerinnen und Schüler jetzt am dringendsten? Wie schaffen es Lehrende, auch mal Feierabend zu machen? Die bpb hat mit Lehrenden gesprochen und ihre Erkenntnisse und Tipps zusammengestellt.

Seit Ende der 1970er-Jahre stellt der sogenannte Beutelsbacher Konsens so etwas wie die Leitlinie einer demokratischen politischen Bildung dar. Um ihn zu verstehen, ist ein kurzer Rückblick in die Geschichte der politischen Bildung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg hilfreich. Ab 1945 entwickelte sich in Deutschland eine demokratisch orientierte politische Bildung, die in ihrer Abgrenzung von der politischen Erziehung insbesondere im Dritten Reich einen gemeinsamen Fixpunkt hatte. Allerdings wurden im Zuge der Verwissenschaftlichung (Einrichtung von Lehrstühlen etc.) und der Entwicklung erster didaktischer Konzeptionen auch ideologische Unterschiede zwischen eher links- und eher konservativ orientierten Zugängen zur politischen Bildung deutlich, die sich vor... (…) Daraufhin lud die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg 1976 zu einer Tagung nach Beutelsbach ein.

Die im Beutelsbacher Konsens zusammengefassten Prinzipien wurden allerdings auf der Tagung nicht »beschlossen«, sondern von Hans-Georg Wehling für die Tagungsdokumentation aus den Beiträgen und Diskussionen der Veranstaltung »herausdestilliert« (Wehling 1977; zur Geschichte des Beutelsbacher... Pohl / Will 2016; Widmaier/ Zorn 2016a). Der Beutelsbacher Konsens umfasst drei Grundsätze: »Es ist nicht erlaubt, den Schüler – mit welchen Mitteln auch immer – im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und damit an der ›Gewinnung eines selbständigen Urteils‹ zu hindern. Hier genau verläuft nämlich die Grenze zwischen Politischer Bildung und Indoktrination. Indoktrination aber ist unvereinbar mit der Rolle des Lehrers in einer demokratischen Gesellschaft und der – rundum akzeptierten – Zielvorstellung von der Mündigkeit des Schülers« (Wehling 1977: 179 f.).

Externer Inhalt von YouTube Externer Inhalt wurde blockiert. Klicken Sie hier um Ihre Cookie-Einstellungen zu ändern. Der Beutelsbacher Konsens bildet seit 1976 die zentrale Grundlage politischer Bildung in Deutschland. Mit seinen drei Grundsätzen – Verzicht auf Überwältigung, Herstellung von Kontroversität, Befähigung zur demokratischen Teilhabe – setzt er bis heute den Standard für eine demokratische und verantwortungsvolle Bildungsarbeit. Dieses Dossier bündelt Informationen zu Entstehung, Bedeutung und Aktualität der Leitsätze. Zudem führt es an den Ursprungsort des Beutelsbacher Konsenses.

Letzte Aktualisierung: Januar 2026, Internetredaktion LpB BW Startseite » Grundlagen der Politischen Bildung » Politische Bildung – Grundbegriffe der Profession » Beutelsbacher Konsens (Grundbegriffe der Politischen Bildung) Der sogenannte Beutelsbacher Konsens wurde auf einer Tagung politischer Bildner*innen formuliert, die von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg 1976 in Beutelsbach ausgerichtet wurde. Er war eine markante Reaktion auf die damaligen Debatten und Auseinandersetzungen über Grundlagen und Ziele politischer Bildung in der Politikdidaktik und der Bildungspolitik. So wurde etwa seinerzeit über neue Rahmenrichtlinien für den Politikunterricht an Schulen in Hessen und NRW heftig gestritten. Der Politikwissenschaftler Hans-Georg Wehling hielt auf dieser Tagung drei Prinzipien fest, die, als professionelles Selbstverständnis politischer Bildung (vgl.

Overwien 2019), zu dieser Zeit über Parteien und politische Positionen hinweg (minimal-)konsensfähig erschienen. Die Kernpunkte des Beutelsbacher Konsenses werden bis heute als pragmatische Regelung und Referenz für die schulische und außerschulische politische Bildung, so auch als Orientierungsrahmen der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), aufgerufen. Allerdings gilt es, diese Standards – ebenso wie die Ausrichtung politischer Bildung – stetig neu zu diskutieren und zu überprüfen (vgl. Krüger 2020) sowie entsprechend den aktuellen gesellschaftlichen Realitäten und politischen Debatten „zeitgemäß zu interpretieren“ (Widmaier 2016: 103). Wissenschafter*innen und Prakter*innen leisten damit unter anderem Widerstand gegen (rechts-)populistische Bestrebungen, die Prinzipien des Beutelsbacher Konsenses auf ein sogenanntes Neutralitätsgebot zu verengen und dies z. B.

als Strategie zur Delegitimation emanzipatorischer Kinder- und Jugendarbeit (vgl. Sämann 2021) einzusetzen. Der Verein Transfer für Bildung e.V. setzt sich für die politische und kulturelle Bildung ein. Er fördert deren Beforschung, Beratung und Begleitung der Praxis und unterstützt den Dialog von Wissenschaft, Praxis und Politik in diesen Bereichen. Um Kontroversen, Positionen und Perspektiven in der Politischen Bildung einordnen zu können, braucht es Wissen um dahinterliegende Diskurse.

Die Traditionslinien der Politischen Bildung schlagen sich dabei auch im Fachvokabular der Profession nieder. Die Begriffsprägungen zeigen somit Erkenntnisse, Konsense aber auch Konfliktlinien innerhalb des Fachdiskurses an. Der hierbei entstehende argumentative Dialog ringt dabei zugleich um Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Gemeinsam mit unseren Autor*innen aus der Politischen Bildung stellen wir an dieser Stelle Grundbegriffe der Politischen Bildung vor. Der Beutelsbacher Konsens ist das Ergebnis einer Tagung der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg zusammen mit Politikdidaktikern unterschiedlicher parteipolitischer oder konfessioneller Herkunft im Herbst 1976 in Beutelsbach, einem Stadtteil der Großen Kreisstadt Weinstadt im... Der Konsens legt die Grundsätze für die politische Bildung fest.

Ab Ende der 1960er stellte sich im Rahmen der intensiv geführten Diskussionen über politische Bildung, ihre Ziele und Methoden, beispielsweise im Zusammenhang mit den Hessische Rahmenrichtlinien für Gesellschaftslehre (1972), immer wieder die Frage nach... Sein Mitarbeiter Hans-Georg Wehling verfasste ein Kurzprotokoll der Tagung, das auch die Sätze enthielt, die ab ca. 1980 in der Literatur als „Beutelsbacher Konsens“ bezeichnet und somit als Minimalkonsens zwischen Didaktikern unterschiedlicher Positionen verstanden wurde.[3] Auch wenn der Konsens vielfach als Wendepunkt der Politikdidaktik gilt, waren das Überwältigungsverbot und Kontroversitätsgebot auch... Auch wenn er sich ursprünglich auf die schulische politische Bildung bezog, wird er heute auch in der außerschulischen politischen Bildung herangezogen, ohne dass ihm jedoch vorbehaltlos gefolgt wird.[2][3] Der Konsens legt drei Prinzipien für den Politikunterricht fest. Auch öffentliche Zuschussgeber für die außerschulische politische Bildung fordern teilweise von bezuschussten Institutionen ein Bekenntnis zu den Prinzipien des Beutelsbacher Konsenses.[4]

Gemäß dem Überwältigungsverbot (auch: Indoktrinationsverbot) dürfen Lehrkräfte Schülern nicht ihre Meinung aufzwingen, sondern sollen Schüler in die Lage versetzen, sich mit Hilfe des Unterrichts eine eigene Meinung bilden zu können. Dies ist der Zielsetzung der politischen Bildung geschuldet, die Schüler zu mündigen Bürgern heranzubilden. Das Gebot der Kontroversität (auch: Gegensätzlichkeit) zielt ebenfalls darauf ab, den Schülern freie Meinungsbildung zu ermöglichen. Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen.[5] Seine eigene Meinung und seine politischen wie theoretischen Standpunkte sind dabei für den Unterricht unerheblich und dürfen nicht zur Überwältigung der... Beim Kontroversitätsgebot handelt es sich allerdings nicht um ein Neutralitätsgebot für die Lehrkraft.[6] Die Auseinandersetzungen um politische Bildung in den 1960er- und 1970er-Jahren führten zu einem intensiven fachlichen Streit über Ziele und Methoden des Politikunterrichts.

Auf einer Tagung der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg 1976 in Beutelsbach einigten sich Experten unterschiedlicher Ausrichtungen auf grundlegende Prinzipien. Aus der Diskussion heraus entstand der sogenannte Beutelsbacher Konsens – ein Minimalkonsens mit drei Leitprinzipien, der bis heute als zentrale Orientierung für eine demokratische und urteilsfördernde politische Bildung gilt. Die Seite beleuchtet die historischen Hintergründe seiner Entstehung und stellt zentrale Akteure vor, deren biografische Erfahrungen, fachliche Positionen und politische Prägungen in die Debatten eingeflossen sind. Autor: Prof. Siegfried Frech ist Honorarprofessor (Didaktik der politischen Bildung) an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Zwischen 1991 und 2021 war er Publikationsreferent bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.

Dort verantwortete er die Zeitschrift „Bürger & Staat“ sowie die Didaktische Reihe. Zudem hatte er einen Lehrauftrag am Institut für Sozialwissenschaften an der Pädagogischen Hochschule (PH) Ludwigsburg. Der Übergang von unionsgeführten Bundesregierungen hin zur SPD/FDP-Koalition nach der Bundestagswahl vom 28. September 1969 bedeutete eine Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik. Die sozialliberale Bundesregierung setzte neue Impulse in der Außenpolitik, insbesondere in der Ostpolitik, sowie in der Innenpolitik. Aufbruchsstimmung und Reformanstrengungen markierten den Beginn der Regierungszeit.

Innenpolitisch widmete sich die sozialliberale Koalition mehreren Vorhaben: Rechtsreformen, die Erweiterung der sozialen Sicherungssysteme, das Betriebsverfassungsgesetz (1972) sowie das Mitbestimmungsgesetz (1976), die Herabsetzung des Wahlalters von 21 auf 18 Jahre, aber auch der sogenannte... In Folge der Kontroversen um Demokratieerziehung und politische Bildung der späten 1960er Jahre etablierte der sog. „Beutelsbacher Konsens“ als kleinster gemeinsamer Nenner die ein neues Selbstverständnis einer demokratischen politischen Bildung in der Bundesrepublik. Selbst aktuelle Ansätze wie die kritisch diskutierte „„Frankfurter Erklärung – Für eine kritisch-emanzipatorische Politische Bildung“[i] orientieren sich bis heute an den drei Kernsätzen der Konferenz über die erzieherischen Standards politischer Bildung in Erziehung in... Überwältigungsverbot (auch Indoktrinationsverbot) gegenüber Schülerinnen und Schülern Lernende dürfen nicht durch den Kenntnisvorteil der Lehrenden „überwältigt“ und so zu erwünschten Haltungen angeleitet werden. Ergänzend ist hierbei das „Transparenzgebot“, das Lehrende in die Pflicht nimmt, ihre eigenen Werturteile und politische Haltungen zu formulieren und kenntlich zu machen.

Vielmehr kommt Lehrende die Aufgabe zu, die Lernenden aktiv bei der Entwicklung eines eigenen politischen Urteils zu unterstützen. Hochproblematisch ist im Kontext des Machtgefälles die Möglichkeit von Lehrenden, die Lernenden aktiv an der „Gewinnung eines selbständigen Urteils“ zu hindern. Kontroversitätsgebot Was in Politik und Wissenschaft kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen. Somit beinhaltet das „Kontroversitätsgebot“ gleichzeitig ein „Multiperspektivitätsgebot,“ das das „Überwältigungsverbot“ inhaltlich ergänzt. Anleiten zur eigenen Urteilsfähigkeit (Sach- und Werturteil) und politischem Handeln Die Lernenden müssen „in die Lage versetzt werden, eine politische Situation und seine eigene Interessenlage zu analysieren, sowie nach Mitteln und Wegen zu suchen,... Weiterführende Literatur: Massing, Peter (2021).

Politische Bildung, in: Andersen, Uwe/Wichard Woyke (Hg.): Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. 8., aktual. Aufl. Heidelberg: Springer VS 2021. Selten hat eine Tagungsdokumentation wohl nachträglich eine solche Bedeutung erlangt wie die einer Fachkonferenz im schwäbischen Beutelsbach im Jahr 1976. Vertreter der politischen Bildung kamen dort zusammen, um über einen Minimalkonsens ihrer noch jungen Disziplin zu beraten.

People Also Search

Demokratie Ist Die Einzige Politisch Verfasste Gesellschaftsordnung, Die Gelernt Werden

Demokratie ist die einzige politisch verfasste Gesellschaftsordnung, die gelernt werden muss. Hierfür braucht es gute, qualifizierte Politische Bildung! Das Berufsfeld ist dabei aktuell und traditionsreich zugleich. Was ist Politische Bildung eigentlich und welche Ziele verfolgt dieses Berufsfeld? Und wie mache ich überhaupt gute, qualifizierte politische Bildung? Was macht heutzutage eine gute po...

Anbieter: Bundesausschuss Politische Bildung E.V Die Corona-Pandemie Bringt Notgedrungen Einen

Anbieter: Bundesausschuss politische Bildung e.V Die Corona-Pandemie bringt notgedrungen einen Digitalisierungsschub mit sich. Doch welche Formate und Angebote sind dauerhaft sinnvoll? Wie können wir in der Krise eine digitale politische Bildung nachhaltig aufbauen? Welchen Hindernisse und Chancen begegnen wir auf diesem Feld? bpb-Präsident Thomas Krüger nimmt in diesem Podcast ausführlich Stellun...

Anbieter: Bundeszentrale Für Politische Bildung Die Corona-Pandemie Hat Dazu Geführt,

Anbieter: Bundeszentrale für politische Bildung Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass vieles im Bereich digitales Lernen und Lehren ausprobiert wurde. Wie lässt sich der digitale Unterricht am besten organisieren? Was brauchen die Schülerinnen und Schüler jetzt am dringendsten? Wie schaffen es Lehrende, auch mal Feierabend zu machen? Die bpb hat mit Lehrenden gesprochen und ihre Erkenntnisse ...

Seit Ende Der 1970er-Jahre Stellt Der Sogenannte Beutelsbacher Konsens So

Seit Ende der 1970er-Jahre stellt der sogenannte Beutelsbacher Konsens so etwas wie die Leitlinie einer demokratischen politischen Bildung dar. Um ihn zu verstehen, ist ein kurzer Rückblick in die Geschichte der politischen Bildung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg hilfreich. Ab 1945 entwickelte sich in Deutschland eine demokratisch orientierte politische Bildung, die in ihrer Abgrenzung v...

Die Im Beutelsbacher Konsens Zusammengefassten Prinzipien Wurden Allerdings Auf Der

Die im Beutelsbacher Konsens zusammengefassten Prinzipien wurden allerdings auf der Tagung nicht »beschlossen«, sondern von Hans-Georg Wehling für die Tagungsdokumentation aus den Beiträgen und Diskussionen der Veranstaltung »herausdestilliert« (Wehling 1977; zur Geschichte des Beutelsbacher... Pohl / Will 2016; Widmaier/ Zorn 2016a). Der Beutelsbacher Konsens umfasst drei Grundsätze: »Es ist nich...