Preis Explosion Revolution An Deutschen Tankstellen Derwesten De
Tankstellenbetreiber in Deutschland dürfen ihre Spritpreise künftig nur noch einmal täglich ändern. Dies verkündete Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) in Berlin. Die Bundesregierung will dieses neue Modell so schnell wie möglich umsetzen. Hintergrund der neuen Regelung ist der anhaltende Iran-Krieg und die daraus resultierenden stark gestiegenen Spritpreise an deutschen Tankstellen. Die neue Regelung soll die Preise für Diesel und Benzin stabilisieren und Autofahrern mehr Planungssicherheit geben. Die Preispolitik an den Zapfsäulen ist seit Jahrzehnten ein Thema.
Zwischen den Wochentagen und der Lage der Tankstellen können erhebliche Unterschiede in Sachen Diesel und Benzin entstehen. Teilweise schwanken die Preise im Verlaufe eines Tages so stark, dass sich Tipps und Tricks unter Autofahrern verbreiten. Wann kommt man wo am günstigsten an Sprit? Auch interessant: Wegen Iran-Krieg: Deutschland greift zu drastischer Maßnahme – rettet das die Spritpreise? Der Vorstoß der Bundesregierung soll das nun ändern. Künftig dürfen Tankstellenbetreiber demnach nur noch einmal am Tag den Preis ändern.
Für die restlichen Stunden haben Autofahrer dann Gewissheit, dass die Kosten für Benzin und Diesel stabil bleiben – zumindest an diesem Tag. Das Taktieren um ein paar Cent Ersparnis am Morgen oder Abend hätten damit ein Ende. Die Spritpreise sind hierzulande doppelt so stark gestiegen wie im EU-Schnitt. Woran das liegt, ob illegale Deals eine Rolle spielen, warum ein Tankrabatt wenig bringt. Bei den steigenden Preisen an den Tankstellen müssten Wettbewerbshüter jetzt genau hinschauen, meint Tomaso Duso. Der Chef der Monopolkommission erklärt, wie die Politik den Markt besser regulieren könnte.
Der Krieg zwischen Israel und dem Iran lässt die Rohstoffpreise steigen, und prompt wird in Deutschlandder Sprit an den Tankstellen teurer. Das regt viele auf, ist aber nicht zwangsläufig ein Fall von Marktversagen. Entscheidend ist: Wie stark wird der Preisschock an die Verbraucher weitergegeben? Die Einschränkung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus hat den Rohölpreis inzwischen auf über 90 Dollar pro Barrel getrieben. Wie die deutschen Spritpreise darauf reagiert haben, lässt sich erst am kommenden Donnerstag ablesen – dann veröffentlicht die Europäische Kommission ihre wöchentlichen Daten zu Benzin, Diesel und Heizöl in den einzelnen EU-Staaten. Doch schon die Wochen zuvor gaben Anlass zur Frage, ob die Preisweitergabe in Deutschland fair verläuft.
In der letzten erfassten Woche vom 23. Februar bis 2. März 2026 schwankte der Preis für Rohöl der Sorte Brent an den Weltmärkten zwischen 70 und 78 Dollar pro Barrel (etwa 159 Liter). Das ist ein moderates Plus, aber noch kein außergewöhnlicher Schock. Dieser Gastbeitrag von Tomaso Duso erschien am 11. März 2026 in der ZEIT.
An den deutschen Tankstellen hat sich Benzin in diesem Zeitraum allerdings um 3,5 Prozent und Diesel um 4,6 Prozent verteuert. Auffallend dabei ist: Die Preise sind damit hierzulande doppelt so stark gestiegen wie im EU-Schnitt von 1,5 und 1,8 Prozent. Unter den 27 EU-Staaten sind die Preise demnach nur in Finnland noch stärker gestiegen. In allen anderen großen Volkswirtschaften – Frankreich, Belgien,die Niederlande – hat sich Sprit weniger stark verteuert als in Deutschland. Dabei zählt die Bundesrepublik ohnehin zu den teuersten Kraftstoffmärkten in der EU. In der Regel liegen die Benzinpreise hier rund 20 Prozent über dem EU-Durchschnitt.
Der hohe Rohölpreis allein erklärt also nicht, warum deutsche Autofahrer derzeit so viel mehr zahlen müssen. Ein naheliegender Einwand lautet: Deutschland hat höhere Steuern. Das stimmt. Rund 64 Prozent des Endverbraucherpreises bei Benzin bzw. 56 Prozent bei Diesel entfallen auf Steuern und Abgaben, darunter Energiesteuer, Mehrwertsteuer und die CO2-Abgabe. Allein die Energiesteuer beträgt 65,4 Cent je Liter Benzin und 47,0 Cent je Liter Diesel.
Diese Abgaben erklären das allgemein hohe Preisniveau für Sprit in Deutschland. Sie erklären aber nicht, warum die Preise in Deutschland schneller steigen als anderswo. Im Gegenteil: Die hohen, weitgehend fixen Abgaben pro Liter müssten Preisschocks eher dämpfen als verstärken. Wenn der Spritpreis an der Tankstelle dennoch überdurchschnittlich steigt, spricht das für eine besondere Entwicklung auf dem vorgelagerten Markt, also bereits bei den Raffinerien und im Großhandel. Spätestens seit der abgeschlossenen Sektoruntersuchung des Bundeskartellamts wissen wir, dass es dort am ehesten zu Wettbewerbsproblemen kommen kann. Die Margen der Tankstellen bleiben trotz steigender Preise hingegen bemerkenswert stabil.
Der massive Preissprung an der Zapfsäule kommt schon bei Autofahrern nicht gut an – und bringt sogar Tankstellen gegen die Ölkonzerne auf. Die Preise an deutschen Tankstellen sind in den letzten Tagen regelrecht explodiert. Laut ADAC kostete ein Liter Super E10 am Dienstagnachmittag im bundesweiten Schnitt 1,895 Euro – über sechs Cent mehr als noch am Vortag. Bei Diesel war der Anstieg mit rund zwölf Cent auf 1,921 Euro sogar noch drastischer – und das, nachdem bereits über das Wochenende die Literpreise deutlich angestiegen sind. Der naheliegende Grund, die militärische Eskalation im Nahen Osten, die den Rohölpreis in die Höhe getrieben hat, ist jedoch wohl nicht der einzige. So kommt scharfe Kritik an steigenden Preise der Mineralölkonzerne überraschend aus der eigenen Branche.
Der Tankstellenverband, der die Interessen der Pächter und Eigentümer vertritt, wirft den Ölkonzernen vor, die Lage auszunutzen und die Preise stärker als nötig zu erhöhen. Verbandschef Herbert Rabl wurde deutlich: Die Konzerne würden noch einmal „zwei bis drei Prozent“ auf die Preise aufschlagen, die sie selbst wegen des Kriegs mehr zahlen müssten (Quelle: n-tv). Neben der überraschend deutlichen Ansage vonseiten der Tankstellen, kommt Kritik auch aus der Politik: Vertreter der Grünen fordern die deutschen Kartellwächter auf, sich die Preisexplosion genauer anzusehen, während die Linke Übergewinne der Ölkonzerne abschöpfen... Der ADAC hatte schon zuvor vor weiter steigenden Preisen an der Zapfsäule gewarnt. Die Straße von Hormus ist derzeit für Schiffe unpassierbar. Dadurch werden gigantische Öltanker von ihrer Reise in die Welt abgehalten.
Auch wenn die Meerenge einige Tausend Kilometer von Deutschland entfernt ist, spüren Autofahrer die Folgen der Krise schon jetzt. Seit dem Wochenende klettern die Spritpreise täglich – und sind inzwischen so teuer wie seit zwei Jahren nicht mehr. An einigen Tankstellen liegt der Preis für den Liter Super E5 schon bei über zwei Euro. Wer Diesel noch für unter 1,80 Euro findet, hat Glück. Mit einer Erholung der Situation ist erst einmal nicht zu rechnen, zu unsicher ist die Entwicklung der Lage an der iranischen Küste. Ein Sprecher des ADAC erklärt dem stern: „Die Kraftstoffpreise werden nach unserer Ansicht weiter nach oben gehen und heute im Vergleich zum Vortag nochmal um einige Cent steigen.
So lässt es zumindest eine Momentaufnahme der Spritpreise von heute Morgen im Vergleich zu gestern befürchten – es kann natürlich im Tagesverlauf wieder etwas abflachen, aber ein höherer Tagesdurchschnittspreis kommt auf jeden Fall.“ Sparen kann nur, wer sich auf die Jagd nach der günstigsten Zapfsäule macht. Auf Portalen wie „Clever Tanken“ oder „Ich-Tanke.de“ finden Sie schnell und einfach die besten Preise in der Umgebung. Aufgrund der dynamischen Situation kann die Differenz zwischen den Anbietern bei mehr als zehn Cent liegen. Dann lohnt sich bei einem leeren Tank auch ein eventueller Umweg. Mancher mag sich die Frage stellen, ob es an der Zeit ist, Benzin und Diesel zu horten.
Wie sich die Preise entwickeln, ist laut ADAC nicht absehbar, da das von zu vielen Faktoren abhängt. Je länger die Straße von Hormus für die Schifffahrt unpassierbar ist und je länger der Krieg tobt, desto komplizierter wird die Rohstoffversorgung. Spekuliert man auf eine langfristig anhaltende Preissteigerung, darf man bestimmte Mengen Benzin und Diesel zu heutigen Preisen abnehmen und einlagern. Wie viel, ist allerdings eine Frage des Wohnorts. Der ADAC dazu: „Bei der Lagerung von Kraftstoffen zu Hause gibt es Höchstgrenzen. Wird der Kraftstoff in der Garage gelagert, muss man je nach Bundesland unterschiedliche Vorschriften beachten.
In vielen Bundesländern, beispielsweise in Bayern und Baden-Württemberg, ist es erlaubt, 200 Liter Diesel, aber nur 20 Liter Benzin in der Garage in dicht verschlossenen, bruchsicheren Behältern zu lagern. Aus Sicherheitsgründen sollte man diese Vorschriften auch unbedingt befolgen.“ Der ADAC warnt vor den Folgen der Reform des neuen Emissionshandels ETS 2, den die EU-Kommission beschlossen hat. Nach dem Bundestag stimmt auch Bundesrat dem Papier zu. BERLIN/MÜNCHEN - Der ADAC warnt vor einer starken Erhöhung der Spritpreise ab 2027. ADAC-Präsident Christian Reinicke sagte, es sei davon auszugehen, dass der CO2-Preis in den Jahren ab 2027 deutlicher steige als in diesem und im nächsten Jahr.
„Ähnlich wie in diesem Jahr gehen wir für 2026 von einem Preisanstieg von maximal drei Cent bei Benzin und 3,1 Cent beim Diesel aus.“ Beginnend mit 2027 und in den Folgejahren rechne der ADAC... Hintergrund ist das neue „Emissionshandelssystems ETS2“, das 2023 von der EU-Kommission unter Leitung von Ursula von der Leyen (CDU) geschaffen wurde. Aber 2027 soll die neue CO2-Steuer auch für Heizöl, Gas, Benzin und Diesel gelten. Hans Martin Esser von der Zeitschrift „Cicero“ berechnete, „dass der Preis pro Liter Kraftstoff von Silvester 2026 auf Neujahr 2027 voraussichtlich um 40 bis 45 Cent steigen wird. Gleiches gilt auch fürs Heizen.“ Der Präsident des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Achim Wambach, sagte der „Wirtschaftswoche“, dass er einen Preisanstieg pro Tonne CO2 auf 200 Euro erwarte.
Dies habe einen Anstieg von Benzin und Diesel um je 60 Cent pro Liter zur Folge. Damit könnten Preise von bis zu 2,25 Euro für einen Liter Benzin E10 möglich werden. Diesel würde sich auf 2,29 Euro je Liter verteuern, weil hier der CO2-Ausstoß pro Liter höher ist. Die meisten Bürger seien auf solche Preise nicht vorbereitet. Hintergrund ist eine Reform des Emissionshandels. Der Bundesrat stimmte gestern den bereits vom Bundestag beschlossenen Gesetzesänderungen zu, mit denen die vorgeschriebenen Anpassungen an EU-Recht umgesetzt werden.
Endlich eine gute Nachricht für Autofahrer: Zum ersten Mal seit Beginn des Krieges sind die Spritpreise im Tagesvergleich wieder gesunken. Laut ADAC war Superbenzin der Sorte E10 am Mittwoch im bundesweiten Durchschnitt 3,4 Cent billiger als am Vortag. Diesel verbilligte sich sogar um 5,4 Cent. Trotz dieser leichten Entspannung sind die Preise immer noch auf hohem Niveau. E10 kostete am Mittwoch 2,011 Euro pro Liter. Das sind immer noch rund 23 Cent mehr als vor Kriegsbeginn.
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