Schule Der Weisheit Institut Für Praxis Der Philosophie

Emily Johnson
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schule der weisheit institut für praxis der philosophie

Die Schule der Weisheit war eine von 1920 - ca. 1933 bestehende Lebensschule und Begegnungsstätte für maßgebliche Persönlichkeiten des geistigen Lebens. Die Schule der Weisheit wurde 1920 von Hermann Graf Keyserling mit Unterstützung des ehemaligen Großerherzogs Ernst Ludwig von Hessen und des Verlegers Otto Reich gegründet. Zu den prominenten Förderern der Schule der Weisheit gehörte Thomas Mann. An den Jahrestagungen der Schule der Weisheit beteiligten sich u.a. Carl Gustav Jung, Max Scheler, Richard Wilhelm, Leo Frobenius, Paul Dahlke, Rabindranath Tagore, Frank Thieß und Hans Driesch.

Schwerpunkt der Schule der Weisheit war die europäische Auseinandersetzung mit asiatischem Denken, ein anderer der geistige Austausch zwischen Deutschland und Frankreich. Hermann Graf Keyserling war 1918 nach Deutschland emigriert, mit seinem “Reisetagebuch eines Philosophen” bekannt geworden und folgte dem Ruf des ehemaligen Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen, im Anschluss an die Künstlerkolonie in Darmstadt eine... Eine Ansiedelung bedeutender Philosophen in Darmstadt erschien Keyserling aber ebenso wenig sinnvoll wie eine Anknüpfung an die Tradition akademischer Philosophie. Er wollte neue, andere Methoden des philosophischen Lehrens und Lernens anbieten. Die leitende Idee seiner Schule der Weisheit war schon in der Bezeichnung enthalten: die Weisheit. Diese kann weder durch systematisches intellektuelles Lernen erworben noch durch spezialisiertes Können und isolierte Wissenspflege vermittelt werden.

Die Schule der Weisheit distanzierte sich von Kirche und Universität, aber auch von der Erziehungspraxis herkömmlicher Schulsysteme oder der Erwachsenenbildung. Philosophie sollte nach Keyserling in der von ihm entfalteten Lehre vom Sinn als Orientierung zur Selbstverwirklichung im konkreten Leben fruchtbar gemacht werden. Da hierfür aber nicht Können, Wissen oder Glauben im Vordergrund standen, bedurfte es eines besonderen Rahmens. So verstand sich die Schule der Weisheit, lange bevor sich in den 1980er Jahren die philosophischen Praxen konstituierten, bereits als unabhängige, philosophische Institution, die von der ethischen Forderung nach einem ganzheitlich bestimmten Mensch-Sein getragen... Mit schriftlichen, mündlichen und praktischen Wirkungsformen, zu denen neben “orchestrierten” Tagungen auch individual-philosophische Gesprächsberatung und Exerzitien gehörten, wollte Keyserling die Philosophie ihrer ursprünglichen Bedeutung gemäß wieder Weisheit werden lassen. Mit diesem Impuls ging er als bemerkenswerte, aber auch umstrittene Integrationsfigur in die Geistesgeschichte des 20.

Jahrhunderts ein. Für eine im praktischen Leben taugliche Philosophie ist es erforderlich, die Weisheit aus allen Traditionen in West und Ost mit einzubeziehen, von Sokrates und Platon über die Heiligen und Philosophen des Christentums und anderer... Einige "Freunde der Weisheit" aus Deutschland begannen im Jahr 2005 diese Idee einer überkonfessionellen und interkulturellen "Schule für Praktische Philosophie" in Deutschland zu installieren. Vorgabe hierzu war die seit 1955 in England bestehende School of Philosophy, die in der Folge zu Gründungen in anderen Ländern auf der ganzen Welt führte. Die School of Philosophy in London hat uns 2006 autorisiert, den Lehrplan in Deutschland anzubieten. Er wird derzeit ins Deutsche übersetzt und adaptiert.

Die Schule der Praktischen Philosophie versteht sich als eine Gemeinschaft von Lernenden. Aufbau und Curriculum der Schule besteht im Kern aus einem Basiskurs in Form von neun themenbezogenen Gesprächskreisen in praktischer Philosophie. Darüber hinaus finden freie Seminare und sonstige Aktivitäten statt, zu denen auch die Teilnehmer Beiträge einbringen können. Schule der Praktischen Philosophie, c./o. Elisabeth H. Freund, Wiesbaden 16.01.2019 --- Impressum

Das Wort Philosophie stammt aus dem Griechischen und bedeutet: Liebe zur Weisheit; ein Freund der Weisheit sein; die Weisheit, die in uns ist, wieder erkennen. Weisheit ist die Erkenntnis, die nötig ist, um im Leben glücklich zu sein und zur Wahrheit zu stehen. Sie ist Orientierungshilfe in der Gesellschaft und für uns selber. Das Wesen der Weisheit wird so beschrieben: "In ihr ist ein Geist, gedankenvoll, heilig, einzigartig, mannigfaltig, zart, beweglich, durchdringend, unbefleckt, klar, unverletzlich, das Gute liebend, scharf, nicht zu hemmen, wohltätig, menschenfreundlich, fest, sicher, ohne Sorge, alles vermögend, alles überwachend und alle... Denn die Weisheit ist beweglicher als alle Bewegung; in ihrer Reinheit durchdringt und erfüllt sie alles."

Buch der Weisheit: Das Wesen der Weisheit 7,22-24 Das Institut für Praxis der Philosophie e.V. (IPPh) betreibt die Umsetzung der Philosophie im persönlichen und gesellschaftlichen Leben. Seine Arbeit ergänzt deshalb die Universitätsphilosophie nach der Seite der Praxis. Durch die Arbeit des Instituts soll Philosophie wieder als Streben nach Weisheit gelebt werden. Weisheit kann allerdings nicht mehr im traditionellen Sinne verstanden werden (Ataraxia, Autarkia, Enkrateia etc.), sondern muß aus einer Kritik der Gegenwart entwickelt werden.

Sie bezieht sich auf die Lebensverhältnisse in der technischen Zivilisation, der Leistungs- und Konsumgesellschaft. Es ist davon auszugehen, dass der moderne Mensch wesentliche Aspekte des menschlichen Daseins versäumt. Es mangelt an der Erfahrung des eignen Leibes, der Fähigkeit zu Teilnahme und Engagement, an der Bereitschaft Nicht-Wissen auszuhalten, und der Bereitschaft, die Gegebenheiten eines Lebens als Natur und mit der Natur zu akzeptieren. Die Arbeit bedient sich durchaus traditioneller Formen (Vorlesung, Seminar, Vortrag, Tagung), im Zentrum stehen jedoch die Übung, die Vermittlung von Erfahrungen und die Entwicklung von Formen gemeinsamer Praxis. Deshalb steht auch nicht die Wissensvermittlung im Vordergrund, sondern vielmehr die Entwicklung von Kompetenzen der Erfahrung, des Handelns und Leidens, der Kommunikation und der Kritik. Gesellschaftliche Praxis.

Eine Awareness Group wird die gesellschaftlichen, d.h. die politischen, ökonomischen und kulturellen Entwicklungen ständig beobachten und diskutieren, um Gegenstände und Felder zu identifizieren, die keine oder nicht genügend Aufmerksamkeit erfahren. Dann wird das Institut ggf. selbst Dabei wird einer sinnvollen Tätigkeit von Menschen im Alter, d.h. jenseits des Berufslebens, ein besonderes Interesse gewidmet.

Dieses Werk verkörpert meinen ersten großen Schritt über den Zustand, aus dem das Reisetagebuch entstand hinaus; es ist zugleich die Einführung in die Schule der Weisheit. — Rein theoretisch geurteilt, hätte ich zuerst ein anderes Buch schreiben sollen, das ich auch tatsächlich zuerst in Angriff nahm: eine streng methodisch gehaltene Lehre vom Sinn, zu der die Prolegomena zur Naturphilosophie, die... Aber schon während ich diese Kapitel (im Frühjahr 1920) skizzierte, wurde mir klar, dass ich noch nicht imstande bin, den betreffenden Einsichten die Fassung zu geben, die ich als mein letztes kritisches Wort anzuerkennen... So beschloss ich denn, vorerst gar nichts Größeres zu schreiben. Nun begann aber meine mündliche Tätigkeit, im Rahmen der Schule der Weisheit nicht allein, sondern auch im loseren öffentlicher Vorträge außerhalb Darmstadts, auf welche in der Regel persönliche Fühlungnahme mit vielen unter meinen Hörern... Nicht genug dessen: meine Gesichtspunkte und Grundgedanken fanden von vornherein so lebendigen Widerhall, dass ich ihnen schon heute allenthalben, freilich meist ohne Quellenangabe, wieder begegne.

Da wurde mir denn klar, dass ich, trotz meines Entschlusses, schon jetzt schriftlich niederlegen müsste, soviel ich jetzt schon auszusprechen fähig bin. Um der anderen willen, auf dass ein authentischer Ausdruck dessen vorläge, was ohnehin als meine Lehre zirkuliert; um meiner selbst willen, um mir Wiederholungen zu ersparen. Solche bedeuten nämlich bei einem schöpferischen Geiste immer ein Selbstplagiat, welches der Seele dessen, der es verübt, zum Schaden gereicht. Und gleichzeitig wurde mir klar, dass ich ein entsprechendes Buch auch tatsächlich schreiben könnte, denn wenn meine Ideen in ihrer jetzigen Gestaltung im mündlichen Vortrag so wirken, wie dies der Fall ist, dann muss... Nun stellte sich die Frage: wie sollte ich sie schriftlich fassen? Die verschiedensten Pläne gelangten zur Erwägung.

Es siegte zuletzt der Entschluss, zur Grundlage des Buchs die Aufsätze und Vorträge zu nehmen, die ich seit 1919 im Geist meines neuen Wollens entworfen und gehalten habe, und zwar, im Ganzen, in der... Worin mich die Erwägung bestärkte, dass die quasi Tagebuchform offenbar die mir gemäßeste ist. Ich bin wesentlich Improvisator, Gelegenheitsdichter; eine gegebene praktische Situation, der ich mich gewachsen zeigen muss, beruft mein Tiefstes zu zielgewisserer Wirksamkeit als der beste abstrakte Plan; andrerseits lenkt dieses Tiefste meine Gedanken von innen... Dieses habe ich während der letzten Jahre noch deutlicher erfahren, als zur Zeit der Abfassung des Reisetagebuchs. Die neue geistige Phase, in der ich mich befinde, ward mir zum ersten Male überhaupt bewusst, als mich die Kant-Gesellschaft aufforderte, über abendländisches und morgenländisches Denken zu reden; was die Schule der Weisheit eigentlich... Jeder spätere Ausdruck, der von mir verlangt wurde, hat mich der Erfassung des Sinnes, welchen ich meine, einen Schritt näher gebracht.

Nun, unter diesen Umständen konnte die zeitliche Reihenfolge in der Tat die beste Disposition des geplanten Buches abgeben. Dementsprechend habe ich es geschrieben. Selbstverständlich ist jeder einzelne Vortrag und Aufsatz bei dieser Gelegenheit neu verfasst worden (gar nicht geändert habe ich nur die Hinweise politischer Natur, die ich sämtlich so stehen ließ wie ich sie zum ersten... Nichtsdestoweniger bleibt der Stil des Buchs, wegen seiner allgemeinen Anlage, ein ungewöhnlicher: er findet Vorgänger nur in der Musik, nicht in der philosophischen Literatur. Das Buch beginnt mit dem Vortrag, den ich am 15. Januar 1920 zu Berlin in der Kant-Gesellschaft hielt: hier klingen die meisten Leitmotive des Ganzen an, beinahe jedes spätere Thema wird kurz berührt, keins jedoch ausgeführt.

Eine erste großzügige Ausführung bringt dann der zweite Vortrag, den ich im Herbst des gleichen Jahrs zuerst entwarf. Darauf folgt plötzlich eine Änderung der Tonart: der praktische Gesichtspunkt setzt ein, und der bestimmt bis zum Schluss. In den drei grundsätzlichen Betrachtungen, von denen die erste vom Frühling 1920, die zweite vom Herbst des Jahres und die dritte aus der gleichen Zeit des Vorjahres stammt, werden die allgemeinen Umrisse aller späteren... Darauf folgt deren Füllung und gleichzeitig fortschreitende Vertiefung. Der erste Zyklus, mit dem ich am 23. November 1920 die Schule der Weisheit eröffnete, gibt wesentlich Fläche und Farbe; im zweiten (gehalten auf der Tagung der Gesellschaft für Freie Philosophie zu Darmstadt vom 23.

- 25. Mai 1921) zeichne ich die dritte Dimension ins musikalische Gesamtbild hinein; im dritten (gehalten ebendort vom 25. bis 27. September 1921) fasse ich die Gesamtheit der Themen zu einer letzten, fanfarenartigen Konzentration zusammen. Hieraus ergibt sich als bildhaftes Schema des Buchs ein keilartiges Gebilde, dessen Fläche dem ersten Vortrag, dessen Spitze dem letzten entspricht. Hieraus ergibt sich, sintemalen das Buch musikalisch, d.

h. als Zeitfolge komponiert ist, weiter, dass es unbedingt in einem Zug, von Anfang bis zu Ende gelesen werden muss; auch die (übrigens gründlich umgearbeiteten) grundsätzlichen Betrachtungen, welche manche von anderen Zusammenhängen her schon kennen,... Wer mein Buch nun auf diese Weise liest, der wird eben das erleben, was mir widerfuhr, als ich es in der gegebenen Reihenfolge schrieb: von Satz zu Satz wird ihm klarer werden, was ich... Wer mich nun ganz so, wie ich es meine, las, der wird am Schluss vielleicht nicht ganz genau mehr wissen, was ich gesagt habe, dafür wird ihm aber meine besondere Art, geistig zu leben,... Dies ist nun meine eigentliche Absicht. Ich will hier kein abgeschlossenes theoretisches Lehrgebäude, sondern lebendige Impulse geben.

Ich will kein Bild vor meine Leser hinstellen, sondern sie verwandeln. Zu solchen nämlich, welche die Welt selbständig von höherer Warte aus betrachten, und von einem höheren Niveau aus leben als bisher. Dies setzt voraus, dass mein Wort in ihnen zu Fleisch geworden ist. Eben auf die Einleitung dieses Prozesses ist der ganze besondere Rhythmus der Schöpferischen Erkenntnis berechnet. Aber natürlich ist ihr Ziel, wie gesagt, dann allein zu erreichen, wofern sie richtig gelesen wird. Meine öffentlichen Vorträge leite ich gewöhnlich mit der Bitte an meine Zuhörer ein, sich ja nicht diskursiv einzustellen, nur ja nicht während des Lauschens nachzudenken, auf das Inhaltliche und Sachliche als solches am wenigsten...

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