Streit Um Wirtschaftspolitik Was Lindner Und Habeck Trennt

Emily Johnson
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streit um wirtschaftspolitik was lindner und habeck trennt

Zwei Papiere liegen auf dem Tisch zur Rettung der Konjunktur in Deutschland: Sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Robert Habecks (Grüne) „Update für die Wirtschaft“ und Christian Lindners (FDP) „Wirtschaftswende Deutschland“: Zwei Konzepte zur Rettung der Konjunktur in Deutschland prallen aufeinander. Bundesfinanzminister Lindner setzt konsequent auf marktwirtschaftliche Instrumente. Er will die Unternehmen vor allem durch Steuersenkungen entlasten. Gleichzeitig hält er an der Schuldenbremse fest – für ihn der "Stabilitätsanker". WDR Studios NRW.

05.11.2024. 05:09 Min.. Verfügbar bis 05.11.2026. WDR Online. Eine "Investitions- und Wachstumsbremse" ist die Schuldenregel im Grundgesetz dagegen für Bundeswirtschaftsminister Habeck. Der Staat hat eine zentrale Rolle beim Aufbau einer klimaneutralen Wirtschaft, findet er.

Ohne mehr Flexibilität beim Schuldenmachen ließen sich die notwendigen Investitionen nicht stemmen. Berlin. Im neuen Jahreswirtschaftsbericht übt Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) deutliche Kritik an der Finanzpolitik von Christian Lindner (FDP). Die Sparpolitik, die Lindner als Bundesfinanzminister vorangetrieben hat, soll demnach eine maßgebliche Ursache für die Wachstumsschwäche der deutschen Wirtschaft sein. „Die seit 2023 im Vergleich restriktivere Ausrichtung der Finanzpolitik hat die durch die Energiekrise bedingte Wachstumsschwäche noch weiter verstärkt“, heißt es im Entwurf des neuen Jahreswirtschaftsberichts aus dem Bundeswirtschaftsministerium, der dem Handelsblatt vorliegt. Der finanzpolitische Kurs der Bundesregierung habe auf eine Haushaltskonsolidierung gezielt und sei „entsprechend restriktiv ausgerichtet“, heißt es im Bericht weiter.

So sei das Haushaltsdefizit nach der Coronapandemie und der Energiekrise in Deutschland zügiger als in anderen Industrienationen abgebaut worden. Öffentliche Investitionen des Bundes seien zwar gestärkt worden, „bleiben im internationalen Vergleich aber niedrig“. Deutschland weise dadurch im internationalen Vergleich zwar eine außerordentlich niedrige Schuldenquote auf. „Allerdings um den Preis“ einer „vergleichsweise schwachen konjunkturellen Entwicklung“ und „eines rückläufigen Potenzialwachstums“, heißt es in dem Bericht weiter. KommentareDruckenTeilen(function(a,b){if(a.navigator.canShare){var c=b.querySelector(".idjs-webshareAction"),d=JSON.parse(a.ippen.b64DecodeUnicode(" eyJ0aXRsZSI6IkhhYmVjayB1bmQgTGluZG5lciBzdHJlaXRlbiB1bSBTdGV1ZXJuIOKAkyBNaW5pLU1hY2h0d29ydCB2b24gU2Nob2x6IiwidGV4dCI6IkRpZSBXaXJ0c2NoYWZ0IHNvbGwgZW50bGFzdGV0IHdlcmRlbiwgZGFyw7xiZXIgc2luZCBzaWNoIFNjaG9seiB1bmQgTGluZG5lciBlaW5pZy4gRG9jaCDDvGJlciBkYXMg4oCeV2ll4oCcIGdpYnQgZXMgU3RyZWl0LiBKZXR6dCBzY2hhbHRldCBzaWNoIFNjaG9seiBlaW4uIiwidXJsIjoiaHR0cHM6Ly93d3cubWVya3VyLmRlL3BvbGl0aWsvYnJpZWYtYnVzY2htYW5uLWFtcGVsLWtvYWxpdGlvbi1vbGFmLXNjaG9sei1jaHJpc3RpYW4tbGluZG5lci1yb2JlcnQtaGFiZWNrLXN0ZXVlcm4td2lydHNjaGFmdC1zb2xpLXpyLTkyODE2NTI5Lmh0bWw/dXRtX3NvdXJjZT1fc2hhcmVkJnV0bV9tZWRpdW09d2VzdCZ1dG1fY2FtcGFpZ249aW50ZXJhY3Rpb25iYXIifQ=="));c&&a.navigator.canShare(d)&&(c.style.display="",c.addEventListener("click",b=>{b.preventDefault(),a.setTimeout(function(){a.navigator.share(d)},0)}))}})(window,document); Unternehmen sollen entlastet werden, finden Scholz und Lindner, doch über das „Wie“ gibt es Zoff.

Jetzt schaltet sich Scholz ein - und Habeck erhält einen Brief der FDP. Berlin – Zwischen den Koalitionspartnern Grünen und FDP knirscht es heftig: Finanzminister Christian Lindner und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) haben unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gestärkt und Unternehmen entlastet werden könnten. Ein Machtwort des Kanzlers fiel bisher minimal aus, Scholz reagierte gewohnt zurückhaltend in der Debatte. Das Wachstumschancengesetz sei ein „sehr gutes Projekt“, sagte Olaf Scholz am Montag (5. Februar). Scholz sagte, er hoffe, dass dieses „sehr konkrete und praktische Projekt, das die Investitionsfähigkeit von Unternehmen erleichtern soll, auch mit der Zustimmung der Länder etwas werden wird.“ Darauf solle man sich jetzt konzentrieren.

Zu dem Gesetz läuft gerade ein Vermittlungsverfahren zwischen Bundestag und Bundesrat. Scholz spielt damit wohl auf neue Gedankenspiele von Habeck an. Der hatte ein Sondervermögen ins Spiel gebracht, um strukturelle Probleme zu lösen. Sondervermögen – das Wort dürfte für Finanzminister Lindner mittlerweile ein Reizwort sein. Ist es der Ampel-Koalition in den letzten Wochen doch um die Ohren geflogen und verstößt gegen Lindners Prinzip, keine neuen Schulden zu machen. Finanzminister Christian Lindner geißelt die Wirtschaftspolitik der eigenen Regierung und damit den zuständigen Minister Robert Habeck.

Auch den Regierungschef kanzelt er ab. Die Spitzen der Ampelkoalition bemühen sich nicht einmal mehr, ihre Differenzen zu kaschieren. Ein Haushälter nennt das laufende Spiel „Koalitions-Mikado“, andere sprechen schon vom Endspiel. Der Kanzler, der Finanzminister und der Wirtschaftsminister versuchen gar nicht mehr, ihre Differenzen zu übertünchen, und jeder macht irgendwie seins. Olaf Scholz will der Industrie mit Milliarden helfen, Christian Lindner beim Bürgergeld sparen und für Unternehmen Steuern senken. Robert Habeck möchte eine schuldenfinanzierte Prämie für alle, die noch in Deutschland investieren.

Alle wüssten, dass sie nachgeben müssten, um diese Koalition noch zu retten, sagt der Haushälter. Aber wer sich zuerst bewege und nachgebe, könne schnell als Verlierer gelten. Verschärft hat die Lage die jüngste Steuerschätzung. Zugleich steigen die Ausgaben beim Bürgergeld, weil wegen der Rezession weniger Menschen als erhofft in Arbeit vermittelt werden könnten. Hinzu kommen Mehrkosten für die Förderung erneuerbarer Energien. Der Finanzminister sieht nun für den abermals zu korrigierenden Bundeshaushalt für 2025 einen zusätzlichen Handlungsbedarf in einstelliger Milliardenhöhe, „wobei die Zahl näher bei zehn als bei eins liegt“.

Damit will er rechtskonform die Schuldenbremse einhalten. Während der Kanzler mit dem halben Kabinett in Indien weilt und dort über Wachstumsraten von knapp sieben Prozent staunen kann, hat Lindner nach der Steuerschätzung aus Washington, wo er an der Tagung des Internationalen... „Die Finanzpolitik kann nicht reparieren, was die Wirtschaftspolitik versäumt“, sagt der FDP-Politiker in Richtung seines Kabinettskollegen Habeck von den Grünen. Denn ohne Wachstum gibt es weniger Steuereinnahmen. Es brauche jetzt eine andere Wirtschaftspolitik, weniger Steuerlast, weniger Bürokratie, weniger Ideologie. Wenn Habeck nun wieder nach Subventionen rufe, sei das „konzeptionelle Hilflosigkeit“.

Und auch dass der Kanzler jetzt für Dienstag die Industrie und Gewerkschaftsvertreter zum Gipfel eingeladen hat, ihnen Hilfe und Strompreisrabatte in Aussicht stellen könnte, findet nicht Lindners Zustimmung. „Nein, die Vorschläge von Herrn Scholz waren nicht abgestimmt und die von Herrn Habeck auch nicht.“ Lindner hat als Retourkutsche zum Industriegipfel des Kanzlers zu einer Gegenveranstaltung der FDP einladen lassen. Und zwar die Spitzenverbände der Wirtschaft, die beim Kanzler am Dienstag nicht dabei sind – Arbeitgeberverband, Industrie- und Handelskammer, Handwerk, Familienunternehmer. Scholz sagte dazu in Indien: Es müsse um ein Miteinander gehen, statt sich „irgendwie vorzuführen“. In unseren Faktenchecks und im TikTok-Kanal „Moment mal“ überprüfen wir virale Behauptungen auf ihren Wahrheitsgehalt.

Woher kommt eine Aussage? Was ist falsch, was stimmt? Was kann belegt werden – und was ist eine Lüge? Kurz. Einordnend. Transparent.

Friedrich Merz ist der zehnte deutsche Bundeskanzler und führt eine Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD. Wirtschaftlich und militärisch gehören die Vereinigten Staaten zu den mächtigsten Ländern der Erde, mit großem Einfluss auf das aktuelle Weltgeschehen. Nie war die Zahl der Menschen, die weltweit vor Krieg, Konflikten und Verfolgung fliehen, so hoch wie heute. Wie gehen Deutschland und die Welt damit um? Russland führt einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Hier finden Sie Analysen, aktuelle Berichte, Hintergründe und Interviews zum Thema.

Der neue Jahreswirtschaftsbericht liegt im Entwurf vor. Darin rechnet Wirtschaftsminister Habeck mit Ex-Finanzminister Lindner ab. Das verschärft einige ohnehin hitzig geführte Debatten. Im neuen Jahreswirtschaftsbericht übt Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) deutliche Kritik an der Finanzpolitik von Christian Lindner (FDP). Die Sparpolitik, die Lindner als Bundesfinanzminister vorangetrieben hat, soll demnach eine maßgebliche Ursache für die Wachstumsschwäche der deutschen Wirtschaft sein. Beide Minister wollen über eine steuerliche Entlastung der Unternehmen reden.

Doch wie schwer Kompromisse sind, zeigt sich an einem Gesetz, dass an diesem Montag endlich vorankommen soll. Die Wachstumsaussichten in Deutschland sind auch für 2024 schlecht. Doch das Gesetz, mit dem die Ampelkoalition gegensteuern will, steckt seit Wochen fest. Die Bundesländer wehren sich gegen die Einnahmeausfälle, mit denen die geplanten Steuererleichterungen für Unternehmen für sie verbunden wären. In Alpennähe in Bayern erhöhen sich die Preise für Wohnhäuser. Dabei fällt gerade dort, wo es extrem teuer ist, der Anstieg geringer aus als in mittleren Preislagen.

Künstliche Intelligenz verändert den Arbeitsmarkt. Das werden die Deutschen schon in diesem Jahr spüren. Aber wir können die Technologie gestalten und unsere Kinder darauf vorbereiten. Der Chef von Boehringer Ingelheim sorgt sich um die Pharmaforschung in Deutschland. Die Zulassung neuer Medikamente dauere zu lange – mit gravierenden Folgen. Wie wird die deutsche Wirtschaft wieder stark?

Wirtschaftsminister Habeck und Finanzminister Lindner ringen um den richtigen Weg – und sind doch aufeinander angewiesen. Da sind sie nun, ein paar Kilometer Luftlinie voneinander entfernt, und attackierten sich gegenseitig. Pressesprecher nennen so etwas gern: "Sie setzten Botschaften". In Wahrheit werden die Botschaften nicht gesetzt, sondern hingeknallt. Der eine, der seine Botschaften loswird, ist Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), bei "Caren Miosga". Der andere: Finanzminister Christian Lindner (FDP), bei "Bericht aus Berlin".

Beide redeten über die Zukunft, darüber, wie die deutsche Wirtschaft wieder gestärkt werden könnte. Ob dafür künftig mehr Geld ausgegeben werden muss – oder ob der Sparkurs der Regierung weitergehen kann. "Ehrlicherweise weiß ich nicht, ob das Land das aushält. Und ob demokratische Politik im Land das aushält", sagte Habeck über den Sparkurs. Lindner hielt im anderen Format dagegen, dass doch "Unternehmen den Staat finanzieren" sollten und nicht "der Staat die Unternehmen." So ging es an diesem Abend hin und her.

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