Warum Chefs Mehr Loben Sollten Dhz Net Deutsche Handwerks Zeitung

Emily Johnson
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warum chefs mehr loben sollten dhz net deutsche handwerks zeitung

Wenn die Produktivität sinkt, kann das auch daran liegen, dass sich Ihr Team nicht genug wertgeschätzt fühlt. Um etwas zu verändern, reichen oft schon kleine Gesten. Im Grunde genommen sind sich die Abläufe im Kindergarten und im Betrieb ziemlich ähnlich: Im Kindergarten rufen die Erzieherinnen morgens die Kinder zusammen, um einen Stuhlkreis zu bilden, Sprüche aufzusagen und ein Lied zu... Im Betrieb heißt der gleiche Vorgang Meeting. Hier ruft das Führungspersonal das Team zusammen. Und hier wie dort besteht die Aufgabe, die Mitglieder der Gruppe zum Mitmachen zu bewegen, egal, ob sie nun in der Bauecke spielen oder ein Bauprojekt realisieren sollen.

Das Problem ist hier wie dort identisch: Wie lassen sich die Teilnehmer motivieren, kreativ zu sein und Leistung zu erbringen? Für Charlotte Malycha, Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Hochschule Döpfer in Köln, sind Dank, Anerkennung und Wertschätzung der Schlüssel dazu, die Leistungsbereitschaft im Team zu wecken. So seien ein aufrichtiges Lob oder eine Dankpostkarte oftmals sogar effektiver als ein finanzieller Bonus, zeigt eine im Fachblatt "Frontiers in Psychology" veröffentlichte Studie, an der Malycha beteiligt war. Der Schlüssel zu mehr Mitarbeitermotivation ist demnach also eine Anerkennungskultur im Betrieb. In dieser Hinsicht könnten sich deutsche Firmen amerikanische Unternehmen zum Vorbild nehmen: Dort zählt das Lob des Chefs zum guten Ton – hierzulande hingegen ist der Tenor mitunter, dass nicht geschimpft schon Lob genug... Das allerdings macht sich in verschiedenen ökonomischen Größen bemerkbar.

Zum einen bei der Produktivität – hier hinkt Deutschland, anderen europäischen Ländern sowie den USA derzeit deutlich hinterher –, zum anderen auch beim Engagement der Mitarbeiter. So hat der sprichwörtliche "Dienst nach Vorschrift", wenn Beschäftigte in ihrem Job also nur das Allernötigste tun, laut Gallup Engagement Index 2024 zuletzt deutlich zugenommen: Satte 78 Prozent der Beschäftigten tun demnach im Job... Zudem fehlt dem Großteil der Beschäftigten auch die emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber. Und wenn sich eine gute Gelegenheit bietet, würden sie auch gehen: nur noch die Hälfte der Beschäftigten möchte mehr als ein Jahr bei ihrem aktuellen Arbeitgeber bleiben, so die Studie. "Die vorherrschende schwach ausgeprägte emotionale Bindung trägt zur Wechselwilligkeit bei", erklärt Marco Nink, einer der Autoren der Studie. Auch der Umgang mit den eigenen Mitarbeitern ist wichtiger Teil der Außenwirkung eines Betriebes und somit Marketing.

Wer von seinen Mitarbeitern vollen Einsatz erwartet, muss loben können – Wollen und Loben hängen eng zusammen. Die Menschen verstärken Verhalten, für das sie Anerkennung bekommen. Und sie wiederholen Verhalten, für das sie belohnt werden. Das Lob ist also ein Steuerungsinstrument. Achten Sie darauf, wen Sie wofür loben und wie Sie Ihr Lob dosieren. Beim Loben können Sie vieles richtig und manches falsch machen.

Denn gerade hier wird man Sie genau beobachten. Wer gelobt werden will, richtet sein Verhalten danach aus. Wer lobt, dem drohen auch Gefahren: Ein zu öffentliches oder zu einseitiges Lob schürt Neid und Missgunst. Wer allerdings auf anerkennende Worte ganz verzichtet, wird eines Tages bemerken, dass es in seinem Bereich kaum mehr anerkennenswerte Leistungen gibt. Dabei gibt es Chefs, die glauben, fehlende Anerkennung führe zu verstärkten Anstrengungen. Dies ist, wenn überhaupt, höchstens im Einzelfall möglich.

Ein weiterer Fehler ist es, von sich selber auszugehen. Weil die Eigenmotivation vieler Führungskräfte von Natur aus hoch ist oder weil sie selbst nie Lob erhalten haben, verwehren sie dies nun ihrer Umgebung. Nicht jeder strotzt vor Selbstvertrauen und nicht jeder ist so zäh. Viele werden mut- und lustlos ohne die so lebensnotwenige Anerkennung. "Wenn ich aber nun meine Mitarbeiter lobe, kriegen sie Oberwasser, werden übermütig und frech und wollen am Ende mehr Geld" – ein Irrglaube. Zwar besteht ein gewisses Restrisiko, denn auch solche Mitarbeiter gibt es, aber es sind die Ausnahmen.

Wollen Sie tatsächlich all Ihren wertvollen Mitarbeitern das segensreiche Loben verwehren, nur weil Sie ein paar Schmarotzer an Bord haben? Lassen Sie Ihre Mitarbeiter nicht emotional verhungern. Setzen Sie öfter die "Fehler-such-Brille" ab und die "Lob-such-Brille" auf. Wer Gutes sucht, wird Gutes finden. Die Menschen machen viel mehr richtig als falsch. Ein Lob an der richtigen Stelle kann die Batterie eines ganzen Teams wieder aufladen.

Achten Sie insbesondere auch auf die Stillen und Unauffälligen, die ihre Siege nicht lautstark zu Markte tragen. Buch zum Thema: Anne M. Schüller, Kundennähe in der Chefetage – Wie Sie Mitarbeiter kundenfokussiert führen, Orell Füssli, Zürich 2008, 26,50 Euro, 255 Seiten, ISBN: 978-3-280-05282-2 Weitere Infos: kundenfokussierte-unternehmensfuehrung.com dhz Lob ist ein mächtiges Werkzeug. Es kann Menschen über sich hinauswachsen lassen – oder aber das Gegenteil bewirken. Über eine schwierige Kunst, die sich Chefs zunutze machen sollten.

Loben ist in der deutschen Arbeitswelt nicht gerade eine hoch entwickelte Kulturform. „Nicht geschimpft ist genug gelobt“, diese Auffassung hält sich gerade unter Chefs älterer Jahrgänge hartnäckig. Oder: „Eigenlob stinkt.“ Noch so ein über Jahrzehnte weitergetragener Spruch, den die Leute verinnerlicht haben. Sich selbst und andere zu feiern, erscheint vielen suspekt, vor allem im Berufsalltag. Wenn schon Lob, dann bitte sparsam dosiert. Der andere soll sich bloß nichts einbilden!

Lob ist nicht gleich Lob. Das gilt auch im Job. Welche Fallstricke lauern, wann ein Lob sogar nach hinten losgehen kann – und wie F�hrungskr�fte und Kollegen es richtig angehen. .readingTime{font-size:0.81em;} document.addEventListener("DOMContentLoaded", () => { const words = document.querySelectorAll("#article > *:not(script, style, .article-site__info, #bt-player, .imgBox, .article-site__funktions, .article-site__footer)"); const speed = 250; let count = 0; const readingTime = (words) => { for (var i... Mo, 17. Jul 2023, 23:27 Uhr Beruf & Karriere

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Wenn Lob und Wertschätzung am Arbeitsplatz ausbleiben, folgt häufig die innere Kündigung. Eine Arbeitskultur, in der Wertschätzung nicht stattfindet, hat negative gesundheitliche Auswirkungen – ganz konkret erhöht sie beispielsweise das Risiko, eine Depression zu entwickeln. Wie Wertschätzung gelingt und warum es so wichtig ist, sie vom Lob zu unterscheiden, verrät der Organisationspsychologe Rudolf Kerschreiter im Interview. Sie haben bereits ein B-Plus? Melden Sie sich an Doch lieber Print?

Hier geht's zum Abo Shop Nur selten gibt es Lob vom Vorgesetzten. Wer nicht gerade in herausragenden Projekten arbeitet, sondern schlicht seinen Job macht, der kennt das. Viele Beschäftigte geben in Umfragen an, dass sie seit Jahren nicht von ihrem Chef für ihre Arbeit gelobt wurden. Das ist bitter. Und hat langfristige Folgen: Die einen erwarten schon gar keine Wertschätzung mehr und haben sich damit abgefunden, dass der Job einfach nur Broterwerb ist.

Sie halten ihre Leistung zurück. Das heißt aber auch: Sie engagieren sich in der Regel nicht mehr dafür, das Unternehmen, ein Produkt oder einen Arbeitsablauf zu verbessern. Und die Zahl der Unzufriedenen steigt stetig. Zuletzt stellte eine Studie der Initiative Gesundheit und Arbeit (IGA) fest, dass mindestens jeder fünfte Beschäftigte innerlich bereits gekündigt hat. Die anderen ziehen aus dem fehlenden Lob ihre Konsequenzen: Diese Mitarbeiter suchen sich entweder einen anderen Job oder sie machen nur noch Dienst nach Vorschrift und suchen ihre Verwirklichung außerhalb der Arbeit. Auch hier entgeht dem Unternehmen jede Menge Potenzial.

Nicht zu loben hat damit eine fast zerstörerische Kraft. Und es ist dumm: Loben ist nicht nur die beste Motivation, sondern auch die kostengünstigste. Dabei macht Lob Mitarbeiter erwiesenermaßen kreativ, loyal und leistungsbereit. Immer wieder stellen Studien fest: Kaum etwas spornt Beschäftigte so an (und verbessert das Wohlbefinden am Arbeitsplatz und damit auch nachhaltig das Betriebsklima) wie Wertschätzung seitens der Führungskräfte für alle Mitglieder eines Teams. Trotzdem verzichten die meisten Chefs darauf. Befragungen unter Personalverantwortlichen zeigen die Gründe: Oft sind die Führungskräfte selbst überlastet.

Oft fehlen ihnen wichtige soziale Kompetenzen – und nicht selten liegt es auch an der Einstellung zum Team. Eine Führungskraft, die ihre Mitarbeiter nicht wirklich schätzt, wird auch seltener loben. Wieder andere finden Lob schlicht überflüssig und führen nach dem Motto "Nicht gemeckert ist gelobt genug". Kürzlich zeigte eine Studie der Universität Hongkong, dass Lob selbst dann wichtig ist, wenn Mitarbeiter sich gar nicht regelkonform verhalten. In ihrer Untersuchung wollten die Forscher herausfinden, was die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens am meisten erhöht und stellten fest: Lob für die Angepassten – und mehr Lob für die Unangepassten. Das klingt überraschend, da in der Regel regelkonformes Verhalten wertgeschätzt wird.

Den höheren Output an Innovationskraft und Kreativität haben jedoch die Regelbrecher, die sich als Querdenker betätigen, Kritik üben, Eigeninitiative zeigen und kreative Lösungen für bestimmte Aufgabe finden. Mehr Wertschätzung, mehr Lob, mehr Anerkennung – Unternehmen werden verstärkt dazu aufgefordert, ihre Mitarbeiterbindung auf diese Weise zu stärken. Lob sollte dabei keinesfalls instrumentalisiert werden, sondern vor allem ehrlich sein. Und es sollte die Motivation der Angestellten stärken. Doch oft ist das Gegenteil der Fall. Die Bemühung, Mitarbeiter emotional an das Unternehmen zu binden, laufen häufig ins Leere.

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