Benzin Und Diesel Warum Regt Uns Der Spritpreis So Auf Faz
Steigen die Preise für Benzin und Diesel in kurzer Zeit stark an, gibt es in Deutschland nahezu kein anderes Thema mehr. Was macht den Spritpreis so besonders und wie lassen sich die Reaktionen darauf erklären? Seit dem Beginn des Irankriegs steigen die Spritpreise in Deutschland schnell. Tankstellenbetreiber werfen den Mineralölgesellschaften Abzocke vor. In der Berichterstattung sind die Spritpreise ein Dauerbrenner. Und Deutschland diskutiert wie schon 2022 über die Vor- und Nachteile von Maßnahmen wie der Freigabe von Ölreserven, Gaspreisdeckel, die Übergewinnsteuer und eine Spritpreisbremse.
„Ich glaube, man kann gar nicht anders als ein massives Déjà-vu-Gefühl zu bekommen“, sagt Karen Pittel, Leiterin des ifo Zentrums für Energie, Klima und Ressourcen. Aber warum ist bei den Spritpreisen der Wunsch, in die Preisbildung einzugreifen, so groß? Schließlich schwanken die Preise auch bei anderen Gütern regelmäßig. Ein Butterpreisrabatt oder Paprikapreisdeckel wurde jedoch noch nie ernsthaft diskutiert. Dass ein Anstieg des Spritpreises die Gemüter so erhitzt, liegt an einigen Besonderheiten dieses Produkts: In Deutschland sind knapp 50 Millionen Pkw zugelassen.
Rund 95 Prozent sind Verbrenner. Das Auto ist weiterhin das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel. Privatpersonen legen täglich im Schnitt 15,5 Kilometer mit dem Auto zurück. Etwa zwei Drittel der Arbeitnehmer fahren mit dem Auto zur Arbeit. Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts. Die Zahl der von einem Benzin- oder Dieselpreisanstieg direkt betroffenen (Wähler-)Geldbeutel ist demnach relativ hoch.
Und zumindest in der kurzen Frist lässt sich der Verbrenner nicht einfach ersetzen. „Bis ein E-Auto finanziert ist, mag die Krise schon wieder vorbei sein“, sagt der Transformationsforscher Ortwin Renn, Soziologieprofessor an der Universität Stuttgart. Zwar könnten einige auch kurzfristig auf öffentliche Verkehrsmittel oder ins Homeoffice ausweichen, aber für viele gebe es bei einem plötzlichen Spritpreisanstieg eben keine Ausweichmöglichkeiten. Für regelmäßige Autofahrer ist das Tanken auch eine regelmäßige Konsumausgabe. Im Gegensatz zum Wocheneinkauf im Supermarkt, bei dem ein gesamter Warenkorb erworben wird – innerhalb dessen sich Preisschwankungen auch mal ausgleichen können, wenn zum Beispiel die Butter teurer wird, die Äpfel aber günstiger –,... Auch wenn dabei vielleicht noch eine Packung Zigaretten oder eine Zeitung gekauft wird, so macht der Spritpreis doch meist den Großteil der Rechnung aus.
Ein Preisanstieg wird direkt wahrgenommen. Und im Vergleich zu anderen einzelnen Produkten im regelmäßigen Konsum sind die Ausgaben für Sprit für regelmäßige Autofahrer ein relativ hoher Kostenpunkt. von Richard Luttke und Franziska Wichmann Die Preise für Diesel und Benzin sind so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Woran liegt das? Und sind die Vorwürfe gegen Ölkonzerne berechtigt?
Die Angriffe im Iran wirken sich auf die Benzinpreise in Deutschland aus. Durch die Kontrolle der Straße von Hormus steigen die Kosten für Öl. Ölkonzerne schlagen bereits jetzt höhere Preise auf. Mehr als zwei Euro pro Liter Diesel und Benzin - der Iran-Krieg sorgt für Unmut an deutschen Zapfsäulen. Die Versorgung ist zwar gesichert, doch bei einem längeren Konflikt könnte es noch teurer werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten:
Auslöser für die hohen Preise sind der Iran-Krieg und die faktische Sperrung der Straße von Hormus vor der Küste des Landes. Durch den wichtigen Schifffahrtsweg wird normalerweise gut ein Fünftel des weltweiten Rohöls transportiert. In der Folge stieg der Preis für die Rohölsorte Brent um etwa zwölf Prozent. Seit Jahresbeginn steigt der Preis für Benzin und Diesel an den Tankstellen. Doch was sind die Gründe für die Preissteigerung? Im bundesweiten Tagesmittel lag der Preis für Super E10 Anfang Februar 2026 bei rund 1,75 Euro je Liter, Diesel bei rund 1,73 Euro.
Beide Werte liegen über dem Januar-Niveau und markieren eine weitere Verteuerung zu Jahresbeginn. Naheliegend ist die Annahme, dass vor allem der Rohölpreis für diese Entwicklung verantwortlich ist. Schließlich gilt seit Jahren die einfache Gleichung: Steigt der Ölpreis, steigt auch der Spritpreis. Doch ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt, dass der Zusammenhang komplexer ist. Der Brent-Rohölpreis bewegt sich 2026 überwiegend zwischen 60 und 70 US-Dollar je Barrel. Historisch betrachtet ist das kein Extremwert.
2022 lag Brent zeitweise deutlich über 100 US-Dollar je Barrel, 2020 fiel der Preis während der Pandemie zeitweise unter 30 US-Dollar. Das aktuelle Niveau liegt damit im mittleren Bereich der vergangenen Dekade. Rechnet man das Barrel konsequent in Liter um, wird die Größenordnung greifbarer. Ein Barrel enthält 159 Liter. Bei 65 US-Dollar je Barrel und einem Wechselkurs von rund 1,10 US-Dollar je Euro entspricht das etwa 59 Euro pro Barrel oder rund 37 Cent Rohölwert pro Liter. Bei einem Zapfsäulenpreis von rund 1,75 Euro entfällt damit weniger als ein Viertel des Endpreises auf das Rohöl selbst.
Selbst ein Rückgang um zehn US-Dollar je Barrel würde den Literpreis rechnerisch nur um etwa fünf bis sechs Cent verändern. Damit wird deutlich: Der Rohölpreis wirkt, bestimmt den Endpreis jedoch nur begrenzt. Entscheidend sind mehrere Ebenen der Preisbildung. Die steigenden Spritpreise sorgen für Unmut, doch nicht nur der hohe Rohölpreis ist schuld. In Deutschland sind die Preise überdurchschnittlich gestiegen, was auf mögliche Wettbewerbsprobleme im Markt hindeutet. Große Konzerne dominieren den Markt und könnten Preisschwankungen beeinflussen.
Kartellrechtliche Maßnahmen allein reichen nicht aus, um strukturelle Probleme zu lösen. Eine gezielte Regulierung der Marktstrukturen und Preisbildungsprozesse könnte langfristig für mehr Fairness sorgen. Fanden Sie die Zusammenfassung hilfreich? Bei den steigenden Preisen an den Tankstellen müssten Wettbewerbshüter jetzt genau hinschauen, meint Tomaso Duso. Hier erklärt der Chef der Monopolkommission, wie die Politik den Markt besser regulieren könnte Der Krieg zwischen Israel und dem Iran lässt die Rohstoffpreise steigen, und prompt wird in Deutschland der Sprit an den Tankstellen teurer.
Das regt viele auf, ist aber nicht zwangsläufig ein Fall von Marktversagen. Entscheidend ist: Wie stark wird der Preisschock an die Verbraucher weitergegeben? Die Einschränkung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus hat den Rohölpreis inzwischen auf über 90 Dollar pro Barrel getrieben. Wie die deutschen Spritpreise darauf reagiert haben, lässt sich erst am kommenden Donnerstag ablesen – dann veröffentlicht die Europäische Kommission ihre wöchentlichen Daten zu Benzin, Diesel und Heizöl in den einzelnen EU-Staaten. Die Benzin- und Dieselpreise schwanken – von Tankstelle zu Tankstelle und mehrfach täglich. Woran das liegt, wie die Spritpreise entstehen und wie Autofahrer sparen können.
Steuern und Abgaben machen einen großen Teil der Spritpreise aus US-Dollar-Kurs und Konjunkturerwartung beeinflussen die Rohölkosten Im Tagesverlauf schwanken die Preise beim Tanken um mehr als 13 Cent je Liter Mineralölkonzerne, Tankstellenbetreiber, der Staat: Viele wollen an Diesel und Benzin verdienen. Auch der US-Dollar-Kurs, politische Krisen oder die Konjunktur beeinflussen die Kraftstoffpreise. MDR AKTUELL Do 26.02.2026 11:46Uhr 03:01 min
Während Preise für Benzin und Diesel an Tankstellen wieder steigen, fällt jetzt auf: Der Preisunterschied zwischen Diesel und Benzin schwindet. Dafür gibt es mehrere Gründe – und zur Erklärung dienen auch Apfelmus und Apfelsaft. Dieser Artikel ist vor dem Angriff von USA und Israel auf den Iran entstanden. Die Auswirkungen dieses Krieges auf Heizöl- und Spritpreise, sind in den folgenden Artikeln abgebildet. IWH-Präsident Reint Gropp warnt trotz hoher Öl- und Gaspreise vor Panikmache. Der Volkswirt sieht noch keinen Grund für ein Eingreifen der Politik.
Wirtschaftsweise Veronika Grimm forderte einen Notfallplan für Europa. Die Ölpreise sind wegen des Iran-Kriegs auf den höchsten Stand seit Monaten geklettert. Das macht Tanken und Heizen in Deutschland teurer. Wie werden sich die Preise jetzt entwickeln? Hält der Aufwärtstrend an? Wer im neuen Jahr schon einmal tanken musste, hat wahrscheinlich die angezogenen Spritpreise bemerkt.
Aber warum ist das Benzin auf einmal teurer geworden? Zum Jahreswechsel 2025/2026 sind die Spritpreise in Deutschland noch einmal deutlich gestiegen. Ein Liter Super E10 kostete am 1. Januar 2026 im bundesweiten Durchschnitt 1,709 Euro, während Diesel bei 1,658 Euro lag. Dies entspricht einem Anstieg von 3,4 Cent für Benzin und 4 Cent für Diesel im Vergleich zum 31. Dezember 2025.
Doch was sind die Gründe für diese Preisentwicklung? Der wichtigste Preistreiber dürfte die CO2-Abgabe sein, die laut ADAC 2026 einen Anstieg von etwa 3 Cent pro Liter ausmachen könnte. Wie hoch der Anstieg genau ist, lässt sich schwer sagen. Denn anders als in den Vorjahren sind die CO2-Abgaben 2026 nicht mehr fest, sondern bilden sich über den Handel mit Emissionszertifikaten. Galten 2025 noch 55 Euro je CO2-Tonne, sind es 2026 zwischen 55 und 65 Euro. Das Maximum aus diesem Korridor wären allerdings bereits knapp über 3 Cent pro Liter Benzin.
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