Benzinpreis Und Dieselpreis So Entstehen Die Spritpreise
Die Benzin- und Dieselpreise schwanken – von Tankstelle zu Tankstelle und mehrfach täglich. Woran das liegt, wie die Spritpreise entstehen und wie Autofahrer sparen können. Steuern und Abgaben machen einen großen Teil der Spritpreise aus US-Dollar-Kurs und Konjunkturerwartung beeinflussen die Rohölkosten Im Tagesverlauf schwanken die Preise beim Tanken um mehr als 13 Cent je Liter Mineralölkonzerne, Tankstellenbetreiber, der Staat: Viele wollen an Diesel und Benzin verdienen.
Auch der US-Dollar-Kurs, politische Krisen oder die Konjunktur beeinflussen die Kraftstoffpreise. Steigen die Preise für Benzin und Diesel in kurzer Zeit stark an, gibt es in Deutschland nahezu kein anderes Thema mehr. Was macht den Spritpreis so besonders und wie lassen sich die Reaktionen darauf erklären? Seit dem Beginn des Irankriegs steigen die Spritpreise in Deutschland schnell. Tankstellenbetreiber werfen den Mineralölgesellschaften Abzocke vor. In der Berichterstattung sind die Spritpreise ein Dauerbrenner.
Und Deutschland diskutiert wie schon 2022 über die Vor- und Nachteile von Maßnahmen wie der Freigabe von Ölreserven, Gaspreisdeckel, die Übergewinnsteuer und eine Spritpreisbremse. „Ich glaube, man kann gar nicht anders als ein massives Déjà-vu-Gefühl zu bekommen“, sagt Karen Pittel, Leiterin des ifo Zentrums für Energie, Klima und Ressourcen. Aber warum ist bei den Spritpreisen der Wunsch, in die Preisbildung einzugreifen, so groß? Schließlich schwanken die Preise auch bei anderen Gütern regelmäßig. Ein Butterpreisrabatt oder Paprikapreisdeckel wurde jedoch noch nie ernsthaft diskutiert. Dass ein Anstieg des Spritpreises die Gemüter so erhitzt, liegt an einigen Besonderheiten dieses Produkts:
In Deutschland sind knapp 50 Millionen Pkw zugelassen. Rund 95 Prozent sind Verbrenner. Das Auto ist weiterhin das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel. Privatpersonen legen täglich im Schnitt 15,5 Kilometer mit dem Auto zurück. Etwa zwei Drittel der Arbeitnehmer fahren mit dem Auto zur Arbeit. Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts.
Die Zahl der von einem Benzin- oder Dieselpreisanstieg direkt betroffenen (Wähler-)Geldbeutel ist demnach relativ hoch. Und zumindest in der kurzen Frist lässt sich der Verbrenner nicht einfach ersetzen. „Bis ein E-Auto finanziert ist, mag die Krise schon wieder vorbei sein“, sagt der Transformationsforscher Ortwin Renn, Soziologieprofessor an der Universität Stuttgart. Zwar könnten einige auch kurzfristig auf öffentliche Verkehrsmittel oder ins Homeoffice ausweichen, aber für viele gebe es bei einem plötzlichen Spritpreisanstieg eben keine Ausweichmöglichkeiten. Für regelmäßige Autofahrer ist das Tanken auch eine regelmäßige Konsumausgabe. Im Gegensatz zum Wocheneinkauf im Supermarkt, bei dem ein gesamter Warenkorb erworben wird – innerhalb dessen sich Preisschwankungen auch mal ausgleichen können, wenn zum Beispiel die Butter teurer wird, die Äpfel aber günstiger –,...
Auch wenn dabei vielleicht noch eine Packung Zigaretten oder eine Zeitung gekauft wird, so macht der Spritpreis doch meist den Großteil der Rechnung aus. Ein Preisanstieg wird direkt wahrgenommen. Und im Vergleich zu anderen einzelnen Produkten im regelmäßigen Konsum sind die Ausgaben für Sprit für regelmäßige Autofahrer ein relativ hoher Kostenpunkt. Tanken wird zurzeit immer teurer: Wegen des Krieges in Nahost steigen die Preise für Rohöl – und damit auch für Diesel und Benzin – spürbar an. Ausschlaggebend für die Erhöhung der Rohölpreise ist vor allem die Blockade der Straße von Hormus, ein zentraler Engpass des globalen Ölhandels. Rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels werden normalerweise mit Tankern über die 50 Kilometer breite Meerenge zwischen dem Iran und Oman abgewickelt.
Jede Einschränkung in diesem Seegebiet kann die Energiepreise in die Höhe treiben. Der Ölpreis gilt – neben dem Wechselkurs des US-Dollars – als entscheidender Faktor für die Entwicklung der Kraftstoffpreise. So kostete Diesel am Donnerstagmorgen im Schnitt mehr als zwei Euro pro Liter – und war damit im Wochenvergleich fast 18 Cent teurer. Auch der Literpreis für Superbenzin der Sorte E5 kletterte in den letzten Tagen auf knapp unter zwei Euro, was einem Preisunterschied von plus 12 Cent zur Vorwoche entspricht. Ähnliche Preisaufschläge gab es zuletzt vor gut vier Jahren im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine und die folgende Energiepreisexplosion. Doch wie kommt es zu der Entwicklung, dass aktuell die Dieselpreise sogar die Preise für Superbenzin schlagen?
"Diesel reagiert erfahrungsgemäß sensibler auf äußere Faktoren wie Krisen oder Kriege. Die Preisausschläge – sei es nach oben oder unten – sind daher meist stärker", erklärt Christian Laberer, Kraftstoffmarktexperte des ADAC. Die Benzinpreise reagieren derzeit nur begrenzt auf die Entwicklungen im Nahen Osten. Der Grund: Benzin wird hauptsächlich im Straßenverkehr genutzt, wo die Nachfrage vergleichsweise stabil bleibt. Trotzdem hängt auch hier das Preisniveau eng mit den Rohölkosten zusammen. Ein weiterer Unterschied zu Diesel: Deutschland importiert in großem Umfang fertigen Dieselkraftstoff, bei Benzin dagegen deutlich weniger.
Außerdem sind die Lieferungen von Flüssiggas aus Katar aufgrund der aktuellen Entwicklungen deutlich reduziert. Das führt wiederum zu einer steigenden Nachfrage nach Dieselkraftstoff, weil dieser in einigen Industriezweigen und bei der Energieproduktion als Ersatz für Erdgas genutzt werden kann. Der ADAC empfiehlt möglichst abends zu tanken, da die Preise dann niedriger sind als in den Morgenstunden. Analysen der Kraftstoffpreise zeigen schon seit Längerem ein klares Muster – am Morgen, vor allem zwischen 6 und 9 Uhr, sind die Preise häufig am höchsten. Am Abend dagegen sinken sie, besonders zwischen 18 und 20 Uhr lassen sich meist die besten Preise finden. Ein weiterer Klassiker unter den Spartipps: Autobahntankstellen sollte man möglichst meiden.
Dort liegen die Preise oft deutlich über dem Niveau des nahen Umlands, teilweise um 20 bis 40 Cent pro Liter. Diesel war lange Zeit günstiger als Benzin, doch mittlerweile ist er vielerorts sogar teurer. Besonders deutlich wird das seit der Eskalation im Nahostgebiet. Aber warum ist das so? An deutschen Tankstellen fällt neben den allgemein hohen Preisen vor allem eines auf: Diesel kostet aktuell mehr als Benzin. Dabei galt Diesel lange als der günstigere Kraftstoff.
Doch die Zeiten ändern sich. Die Gründe für diese Entwicklung liegen vor allem in der speziellen Nachfrage von Diesel. Die weltpolitische Lage hat einen erheblichen Einfluss auf die Preise an den Zapfsäulen. Insbesondere Krisen wie der aktuelle Iran-Konflikt führen zu Unsicherheiten auf den globalen Märkten. Der Iran, ein zentraler Akteur im Ölhandel, hat den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus (eine der wichtigsten Handelsrouten für Rohöl) eingeschränkt. Diese Störungen treiben die Ölpreise in die Höhe.
Diesel reagiert dabei empfindlicher auf solche geopolitischen Spannungen, da er weltweit stärker nachgefragt wird, insbesondere von Industrien und Logistikunternehmen. Ein weiterer Faktor ist die enge Verbindung zwischen Diesel und Heizöl. Beide Produkte entstehen in der Raffinerie aus ähnlichen Prozessen. Ein kalter Winter oder eine erhöhte Nachfrage nach Heizöl reduziert die Verfügbarkeit von Diesel, was die Preise steigen lässt. Diese sogenannte „Heizöl-Effekt“ zeigt sich besonders in den Wintermonaten, wenn die Heizölnachfrage ihren Höhepunkt erreicht. Während Deutschland bei Benzin weitgehend autark ist, muss etwa ein Drittel des Diesels importiert werden.
Das macht die Preise anfälliger für Schwankungen auf den internationalen Märkten. Länder wie China, die eine hohe industrielle Nachfrage haben, beeinflussen die Dieselpreise weltweit. Diese Abhängigkeit von Importen sorgt dafür, dass Diesel stärker von globalen Entwicklungen betroffen ist als Benzin. von Richard Luttke und Franziska Wichmann Die Preise für Diesel und Benzin sind so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Woran liegt das?
Und sind die Vorwürfe gegen Ölkonzerne berechtigt? Die Angriffe im Iran wirken sich auf die Benzinpreise in Deutschland aus. Durch die Kontrolle der Straße von Hormus steigen die Kosten für Öl. Ölkonzerne schlagen bereits jetzt höhere Preise auf. Mehr als zwei Euro pro Liter Diesel und Benzin - der Iran-Krieg sorgt für Unmut an deutschen Zapfsäulen. Die Versorgung ist zwar gesichert, doch bei einem längeren Konflikt könnte es noch teurer werden.
Die wichtigsten Fragen und Antworten: Auslöser für die hohen Preise sind der Iran-Krieg und die faktische Sperrung der Straße von Hormus vor der Küste des Landes. Durch den wichtigen Schifffahrtsweg wird normalerweise gut ein Fünftel des weltweiten Rohöls transportiert. In der Folge stieg der Preis für die Rohölsorte Brent um etwa zwölf Prozent. Der bundesweite Preis für Diesel liegt bei etwa 2,06 Euro pro Liter, Super E10 kostet rund 1,94 Euro. Ein starker Anstieg infolge des Krieges im Nahen Osten.
(Stand: 6.3.2026) Der Preisanstieg hat sich mittlerweile verlangsamt. Doch besonders Pendler, Familien mit mehreren Autos und Unternehmen mit Diesel-Flotten merken den Preisdruck. Die Koalition richtet eine Taskforce ein, um Energiepreise zu prüfen, während über einen möglichen Tankrabatt noch debattiert wird. Wegen des Kriegs im Nahen Osten sind die Spritpreise in Deutschland weiter gestiegen, getrieben durch den Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus zwischen Iran und Oman. Durch diesen Schifffahrtsweg werden normalerweise rund... Die de facto Blockade treibt den Preis für Erdöl in die Höhe.
Besonders Dieselpreise reagieren sensibel, da er für die Industrie unverzichtbar ist. Die Blockade verschärft die geopolitischen Spannungen und sorgt für Unsicherheit auf den Märkten. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie sieht alles im normalen Rahmen: Der Iran-Krieg treibt die Preise für Rohöl sowie fertige Benzin- und Dieselkraftstoffe auf dem Weltmarkt deutlich nach oben. Beispielsweise stieg der Dieselpreis in Rotterdam vom Samstag vor der Nahost-Eskalation bis Dienstag vier Tage später um rund ein Drittel. Eine Gewinnmitnahme durch Konzerne sei daher auszuschließen. Wenn der Liter nun 1,94 Euro kostet, gehen davon 81,9 Cent nicht an den Staat.
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