Der Wille Zur Macht Als Selbstermächtigung Des Lebens
Part of the book series: Colloquium Metaphysicum ((CM)) Nietzsches ‚Wille zur Macht‘ ist nicht von einem Mangel affiziert, wodurch dieser Wille nur intentional auf Macht zustreben würde, um eine Kontingenz der Endlichkeit zu überwinden wie im klassischen philosophisch-theologischen Erbe. Denn mittels welcher Kraft könnte sonst die Macht sich selbst ergreifen? Deshalb ist der Wille als radikal phänomenologische Selbstbewegung zu denken, dank welcher sich die Entfaltung dieser Macht vollzieht, was spezifisch an der Identität dieses Willens mit den Affektivitätsfärbungen und dem subjektiven Leben erkennbar ist. Ohne den tragischen Existenzcharakter zu leugnen und die Gegenüberstellung von Begehren und Leid zu vergessen, spricht Nietzsche von einer „ewigen Lust“ der Existenz, die in seinem Werk über Die Geburt der Tragödie besonders schon... This is a preview of subscription content, log in via an institution to check access.
Tax calculation will be finalised at checkout Vgl. Friedrich Nietzsche, Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik, in: KSA, Bd. 1, München, Berlin u. New York 1986. Der Wille zur Macht ist ein Gedanke Friedrich Nietzsches, der von ihm zum ersten Mal in Also sprach Zarathustra vorgestellt und in allen nachfolgenden Büchern zumindest am Rande erwähnt wird, z.
B. im fünften Buch der Fröhlichen Wissenschaft, das 1887 erscheint. Seine Anfänge liegen in den psychologischen Analysen des menschlichen Machtwillens in der Aphorismensammlung Morgenröte. Nietzsche führte ihn in seinen nachgelassenen Notizbüchern ab etwa 1885 umfassender aus. Die erste Erwähnung des Begriffs im Nachlass stammt von 1876/77: „Furcht (negativ) und Wille zur Macht (positiv) erklären unsere starke Rücksicht auf die Meinungen der Menschen.“[1] Die Deutung des Gedankens des „Willens zur Macht“ ist stark umstritten.
Nach Nietzsche ist der „Wille zur Macht“ ein dionysisches Bejahen der ewigen Kreisläufe von Leben und Tod, Entstehen und Vergehen, Lust und Schmerz, eine Urkraft, die das „Rad des Seins“ in Bewegung hält: „Alles... Alles stirbt, alles blüht wieder auf, ewig läuft das Jahr des Seins.“[2] In einem Nachlassfragment von 1885 deutet Nietzsche selbst an, wie man diesen vielschichtigen Begriff verstehen könnte: „…Diese meine dionysische Welt des Ewig-sich-selber-Schaffens, des Ewig-sich-selber-Zerstörens … dies mein Jenseits von Gut und Böse, ohne Ziel, wenn nicht im Glück des Kreises ein Ziel liegt … Wollt ihr einen Namen für diese... … Ein Licht für euch, ihr Verborgensten, Stärksten, Unerschrockensten, Mitternächtlichsten? … Diese Welt ist der Wille zur Macht – und nichts außerdem! Und auch ihr seid dieser Wille zur Macht – und nichts außerdem!“[3]
Nietzsche ist vor allem durch seine Schopenhauer-Lektüre und dessen Willens-Metaphysik auf den Gedanken des Willens zur Macht gekommen. Anders als Schopenhauers „Wille zum Leben“ ist für Nietzsche der Wille zur Macht jedoch kein Phänomen des Lebens, sondern des Erkennens. Zwar sind auch für Nietzsche die Triebe Fundamente allen Erkennens, denn aus ihnen geht erst das Erkennen hervor, aber es geht nun darum, inwiefern „eine Umwandlung des Menschen eintritt, wenn er endlich nur noch... „Nur wo Leben ist, da ist auch Wille: aber nicht Wille zum Leben, sondern – so lehr ich’s dich – Wille zur Macht!“[5] Geschrieben und geprüft von der Philosophin Laura Llorente Friedrich Nietzsche war neben Sigmund Freud und Karl Marx einer der bedeutendsten Philosophen des 19.
Jahrhunderts. Oftmals werden diese Denker als “Philosophen des Misstrauens” bezeichnet, weil sie danach strebten, die Falschheit und Lügen aufzudecken, die sich hinter den aufgeklärten Werten der Vernunft und Wahrheit verbargen. Insbesondere Nietzsche sprach über den Willen zur Macht. Mit seinen Gedanken zu diesem Thema wollen wir uns in unserem heutigen Artikel näher befassen. Nach Nietzsche ist das Problem der westlichen Kultur ihr Bestreben, alle Aspekte des Lebens rational zu gestalten und zu erklären. Seit den Anfängen der westlichen Kultur in Griechenland verkörperte die Rationalität immer eine gewisse Dekadenz.
Alles, was den Werten der instinktiven und biologischen Existenz der Menschen entgegensteht, ist dekadent. Um Nietzsches Philosophie besser verstehen zu können, ist es wichtig zu wissen, dass er Platon sehr stark kritisiert hat, welcher die Welt der Ideen postulierte. Seine Philosophie lehnt diese metaphysischen Fallen ab: die rationale Welt, die moralische Welt und die religiöse Welt. Schmidt examines the reception of Nietzsche’s "Will to Power" by major 20th century authors (including Kafka, Mann, and Musil) and engages in a source-based critique of Nietzsche’s ideas. Considering Nietzsche’s work in its historical context, its ideological and politically prejudicial distortions become evident. Friedrich Nietzsche entwickelte den Begriff des „Willens zur Macht“ im späten 19.
Jahrhundert als revolutionäres Konzept, das nicht nur die menschliche Natur, sondern auch das Leben und die Welt grundlegend interpretiert. Ursprünglich als Reaktion auf die Herausforderungen seiner Zeit—darunter der „Tod Gottes“ und der damit verbundene Nihilismus—entwarf Nietzsche eine neue Perspektive, die das Leben nicht als passives Geschehen, sondern als aktiven Ausdruck eines dynamischen Machtstrebens... In seinen Werken, besonders in „Also sprach Zarathustra“ und den später veröffentlichten Fragmenten, beschreibt er den Willen zur Macht als die treibende Kraft, welche die Vielheit der Erscheinungen und Lebensformen antreibt. Dieses Prinzip steht im Gegensatz zu klassischen metaphysischen Vorstellungen, welche oft eine statische Essenz oder finalen Zweck des Lebens annehmen. Nietzsche sieht stattdessen ein Zusammenspiel von konkurrierenden Willenskräften, die sich immerdar im Prozess der Selbstbehauptung und Selbstüberwindung befinden. Dabei wird Macht nicht als bloße Herrschaft verstanden, sondern als schöpferische Kraft, die durch die Differenzierung der Lebensformen ihre Entfaltung findet.
Die Transformation des Willens zur Macht in ein umfassendes interpretatives Prinzip basiert auch auf Nietzsches Kritik an früheren Philosophen wie Schopenhauer, dessen Wille als blinde und leidvolle Kraft dargestellt wird. Nietzsche hingegen kehrt diesen Gedanken um und setzt die Kraft der Selbstbehauptung und kreativen Entfaltung an die Spitze. So entfaltet sich eine Lebensphilosophie, die das Leben selbst als kraftvolles, dionysisches Ereignis wahrnimmt, dessen Wesen der ständige Wandel und das Streben nach Mehr ist. Die Bedeutung dieses Konzepts liegt auch darin, dass es sämtliche Bereiche von Biologie, Psychologie, Kultur und Gesellschaft miteinander verbindet. Die Welt wird somit als dynamischer Organismus gesehen, der durch gegenseitige Kraftfelder geprägt ist. Diese interpretative Sichtweise eröffnet neue Zugänge zur Analyse menschlicher Handlungen, sozialer Interaktionen sowie kultureller Entwicklungen und stellt eine radikale Umwertung aller Werte dar, die auf der Idee beruht, dass Leben und Welt nicht durch...
Nietzsches Konzept des Willens zur Macht ist nicht auf politische oder soziale Macht beschränkt, sondern durchdringt sämtliche Existenzbereiche. Die Lebensphilosophie, wie sie aus dem Willen zur Macht hervorgeht, betrachtet das Leben als einen fortwährenden Prozess der Selbsterschaffung und Selbstüberwindung, bei dem jeder Organismus, jedes Individuum eine Kraftquelle darstellt, die sich entfaltet und... "Leben" ist zweifellos ein Schlüsselbegriff in Nietzsches Werk. Doch hat er ihn in keinem Text einigermaßen systematisch expliziert. Alexander Hoghs Versuch, Nietzsches Lebensbegriff zu rekonstruieren, ist nicht der erste, und die Ergebnisse fördern nur begrenzt Neues zu Tage. Das Buch lässt sich dennoch mit einigem Gewinn lesen, weil es den Lebensbegriff in Kontexten weiterer Schlüsselbegriffe Nietzsches expliziert und damit eine kleine Einführung in zentrale Bestandteile von Nietzsches Philosophie bietet.
"Wo ich Lebendiges fand, da fand ich Willen zur Macht", lautet ein berühmter Satz aus dem "Zarathustra". Nietzsches Bild des Lebens malt dieses als unaufhörlichen Kampf widerstreitende Kräfte aus. Als "Wille zur Macht" begriffen, unterscheidet sich dieses Lebenskonzept sowohl von Schopenhauers "Willen zum Leben" als auch von Darwins "Kampf ums Dasein". Resultiert nach Schopenhauer der Lebenswille aus dem reaktiven Bedürfnis, Erfahrungen des Mangels und des Leidens zu beseitigen, so versteht Nietzsche ihn als eine "Fülle von Kraft", die sich selbst spielerisch immer neue Widerstände setzt,... Und anders als für Darwin geht für Nietzsche der Impuls des Lebens über das Ziel der bloßen Existenzerhaltung hinaus, drängt auf souveräne, aktive Umgestaltung der Umwelt. Teil des organischen Lebens ist daher, wie Hogh hervorhebt, auch der "Geist" und sein schöpferischer "Wille zum Schein", seine konstruktive Fähigkeit zur Lüge, Verstellung, Fiktion.
Auch er dient der Machterweiterung, bemächtigt sich der Wirklichkeit, indem er ihre Negativität und Komplexität reduziert. In den Worten Nietzsches: "Es giebt nur Eine Welt, und diese ist falsch, grausam, widersprüchlich, verführerisch, ohne Sinn... Eine so beschaffene Welt ist die wahre Welt... Wir haben Lüge nöthig, um über diese Realität, diese 'Wahrheit' zum Sieg zu kommen, das heißt, um zu leben..." Eingehend arbeitet Hugh das spannungsreiche Verhältnis zwischen Machtwillen und Fiktionsbildung in Nietzsches Philosophie heraus. Er tut dies freilich fast ohne jede theoretische, methodologische oder auch bewertende Distanz.
Kontexte kennt diese hermeneutisch genügsame Nietzsche-Interpretation kaum. Und auch die ganze vitalistische Metaphorik, mit der Nietzsche als Schriftsteller seinen Lebensbegriff in aufschlußreicher Weise umgeben hat, ist nicht berücksichtigt. Bei allen Verdiensten des textimmanenten Verstehens bleibt diese schmale Dissertation aus der Humboldt-Universität zu Berlin in ihrem Horizont doch recht begrenzt. Alexander Hogh: Nietzsches Lebensbegriff. J. B.
Metzler Verlag, Stuttgart 2000. 250 Seiten, 25,60 EUR.ISBN-10: 3476452506 Weitere Rezensionen und Informationen zum Buch in Nietzsches Spätwerk dionysische Urkraft und Antrieb des »Rad des Seins« (Also sprach Zarathustra. 3. Teil, Der Genesende).
Er wirkt im Menschen und in der Welt als Grundstruktur alles Werdens und Vergehens zum Zweck der Selbsterhaltung und Selbststeigerung. Beim Menschen entfaltet sich der W. z. M., den es nur im Vollzug gibt, in der Bejahung der Kreisläufe von Leben und Tod, Lust und Schmerz. Nur durch emphatisches Vorantreiben aller natürlichen Zyklen kann der »Übermensch«, das Ziel der Menschheit, hervorgebracht werden. Wird dem W.
z. M. kein freier Lauf gelassen, zeigt sich seine Ambivalenz: Es kommt zur Sublimierung von sonst natürlichen menschlichen Affekten und Trieben wie Freude, Aggression, Kreativität. Sie wenden sich einerseits selbstzerstörerisch nach innen, anderseits erzeugen sie ein Ressentiment gegen den anderen. Daher sind für Nietzsche das christliche Moralsystem (Herrenmoral/Sklavenmoral) sowie die abendländische »theoretische« Kultur Folgen des Wirkens des W. z.
M. Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.
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Tax calculation will be finalised at checkout Vgl. Friedrich Nietzsche, Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik, in: KSA, Bd. 1, München, Berlin u. New York 1986. Der Wille zur Macht ist ein Gedanke Friedrich Nietzsches, der von ihm zum ersten Mal in Also sprach Zarathustra vorgestellt und in allen nachfolgenden Büchern zumindest am Rande erwähnt wird, z.
B. Im Fünften Buch Der Fröhlichen Wissenschaft, Das 1887 Erscheint.
B. im fünften Buch der Fröhlichen Wissenschaft, das 1887 erscheint. Seine Anfänge liegen in den psychologischen Analysen des menschlichen Machtwillens in der Aphorismensammlung Morgenröte. Nietzsche führte ihn in seinen nachgelassenen Notizbüchern ab etwa 1885 umfassender aus. Die erste Erwähnung des Begriffs im Nachlass stammt von 1876/77: „Furcht (negativ) und Wille zur Macht (positiv) erklären ...
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