Unsere Grundsätze Und Ziele In Der Verbraucherbildung

Emily Johnson
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unsere grundsätze und ziele in der verbraucherbildung

Das gemeinsame Bildungsverständnis der Verbraucherzentralen Im Jahr 2025 haben die Verbraucherzentralen und ihr Bundesverband ein gemeinsames Bildungsverständnis beschlossen. Es legt die Grundsätze und Ziele ihrer Bildungsarbeit fest, wird in der Entwicklung von Bildungsangebote genutzt und bildet einen fachlichen Rahmen für die Qualitätssicherung. Laden Sie sich hier das Dokument zum Bildungsverständnis runter oder lesen Sie die Inhalte direkt auf der Seite. Die Verbraucherzentralen und ihr Bundesverband sind die Stimme der Verbraucher:innen in Deutschland. Neben politischer Interessensvertretung, Marktbeobachtung, Rechtsdurchsetzung und Beratung ist Verbraucherbildung eine zentrale Säule ihrer Arbeit.

Sie nutzt die Erkenntnisse der anderen Handlungsbereiche, insbesondere der Beratung, um Bildungsformate zu adressieren. Verbraucherbildung fungiert in diesem Kontext als präventiver Verbraucherschutz, der politische Rahmenbedingungen ergänzt. Die Verbraucherzentralen stehen für eine Verbraucherbildung, die frei von ökonomischen Interessen ist und in der die Perspektiven und Bedarfe von Verbraucher:innen im Zentrum stehen. Als Verbraucher:innen verstehen wir alle natürlichen Personen, die zu privaten Zwecken Verträge abschließen, Produkte kaufen oder Ressourcen und Dienstleistungen nutzen. Jeden Tag treffen wir als Verbraucher:in Entscheidungen – wenn wir Lebensmittel einkaufen, einen Handyvertrag abschließen oder digitale Angebote nutzen. Verbraucherbildung ist Alltagsbildung.

Sie ermöglicht es, Kompetenzen zu erwerben, um selbstbestimmt gute Entscheidungen zu treffen – für sich und für Umwelt und Gesellschaft. Verbraucherbildung sensibilisiert für die Rolle als Verbraucher:in im Zusammenspiel mit Wirtschaft und Politik und fördert gesellschaftliche Teilhabe. Insofern ist es zu begrüßen, dass die Bundesregierung im Koalitionsvertrag festgehalten hat, „die nicht interessengeleitete Verbraucherbildung“ zu stärken und „die Förderung des Netzwerks und der Auszeichnung Verbraucherschule fort[zusetzen]“. Verbraucherbildung ist besonders wirksam, wenn sie früh ansetzt. Deshalb sollten schon Kinder und Jugendliche Kompetenzen erwerben, um reflektiert durch den Verbraucheralltag zu navigieren. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) setzt sich dafür ein, dass Verbraucherbildung bundesweit und systematisch an Schulen etabliert wird.

Schule bietet die Chance, alle Kinder und Jugendlichen zu erreichen, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft. Doch noch findet Verbraucherbildung nicht flächendeckend in Schulen statt. Unser Selbstverständnis: „Verbraucher:innen brauchen Wissen und Weitsicht, um in einer komplexen, dynamischen Marktwirtschaft individuell passende Konsumentscheidungen zu treffen.“ (Verbraucherzentrale Hessen 2019) Wir sind unabhängig und handeln einzig im Interesse von Verbraucher:innen. Wir geben keine Meinung oder Entscheidungen vor, sondern haben zum Ziel, Handlungsmöglichkeiten in einer komplexen und dynamischen Marktwirtschaft aufzuzeigen und den Weg zur individuellen Entscheidungsfindung und Selbsthilfe zu unterstützen. Wir vermitteln Wissen, stärken die Handlungs- und Problemlösekompetenz und sensibilisieren die Menschen für individuelle, gegenwärtige oder künftige Betroffenheit in Verbraucherfragen.

Zielgruppe der Verbraucherzentrale sind alle Verbraucherinnen und Verbraucher in Hessen. Die Themen der Verbraucherbildung kommen aus dem Verbraucheralltag, der Beratung, über Beschwerden, Veränderungen am Markt, von Produkten, sich verändernden rechtlichen Rahmenbedingungen oder ergeben sich aus kollektiven Problemlagen (z.B. Klimawandel, Energiekrise). „Die Verbraucherbildung hat die Entwicklung eines verantwortungsbewussten Verhaltens als Verbraucherinnen und Verbraucher zum Ziel, indem über konsumbezogene Inhalte informiert wird und Kompetenzen im Sinne eines reflektierten und selbstbestimmten Konsumverhaltens erworben werden […]“ (KMK 20131... Das übergeordnete Ziel der Befähigung zur selbstbestimmten Teilhabe2 am Marktgeschehen begreifen wir als lebenslangen Prozess. Dieser verändert sich individuell je nach Lebenskontext sowie global im Kontext ökonomischer, ökologischer, politischer und sozialer Veränderungen und muss sich daher immer wieder neu formen.

Bildungsinhalte sind somit am Kontext, den Rahmenbedingungen und an der jeweiligen Zielgruppe auszurichten. Verbraucherbildung spielt eine zentrale Rolle im präventiven Verbraucherschutz – denn nur wer gut informiert ist, kann Konsumentscheidungen selbstbestimmt, reflektiert und nachhaltig treffen. Als Verbraucherzentrale unterstützen wir Bildungseinrichtungen mit vielfältigen Angeboten, um ökonomische, ökologische und soziale Zusammenhänge im Alltag verständlich zu vermitteln. Durchsuchen Sie unsere Bildungsangebote nach Thema: Unsere Verbraucherbildungsangebote richten sich an Lehrkräfte aller Schulformen, Erzieher:innen sowie Fachkräfte in der Erwachsenenbildung. Wir begleiten Sie dabei, Verbraucherbildung altersgerecht, lebensnah und kompetenzorientiert umzusetzen – mit Materialien, Fortbildungen und interaktiven Lernformaten.

Unsere Bildungsarbeit folgt dem Prinzip einer multiperspektivischen Verbraucherbildung. Sie bildet gesellschaftliche Debatten ab, fördert kritisches Denken und stärkt die Fähigkeit zur eigenständigen Urteilsbildung. Wir möchten Lernende dazu befähigen, bewusste Konsumentscheidungen zu treffen – in jeder Lebensphase. Als bundesweiter Verband legen wir großen Wert auf qualitätsgesicherte Bildungsangebote. Gemeinsame fachliche Standards, kontinuierliche Weiterbildung und der Austausch mit der Praxis sichern die Aktualität und Relevanz unserer Materialien. Denn die Anforderungen an Verbraucherbildung wandeln sich stetig – wir begleiten Sie verlässlich und fachlich fundiert.

...nimmt die Perspektive der Verbraucher:innen ein und ergreift für sie Partei,...richtet sich an den Bildungsbedarfen der Schülerinnen und Schülern aus,...unterstützt und fördert die Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit der Schülerinnen und Schüler,...umfasst die drei Dimensionen "Entscheidungsfindung",... Schulische Verbraucherbildung ist parteiliche Bildung: Sie richtet sich nach den Bildungsbedarfen der Schülerinnen und Schüler. Ihr geht es nicht um die Vermittlung von erwünschten Verhaltensweisen. Auch fasst sie Schülerinnen und Schüler nicht als Individuen mit Wissens- und Informationsdefiziten auf. Schulische Verbraucherbildung nimmt vielmehr die Perspektive der jungen Menschen als handelnde Verbraucher:innen, d.h. als Expert:innen in eigener Sache ein und stärkt sie in ihrer Selbstbestimmung.Die Prämisse der Parteilichkeit wirkt sich auf die Zielsetzung und die Themenbereiche der schulischen Verbraucherbildung aus und setzt auch ihren inhaltlich-konzeptionellen Rahmen.Grundsätzliches Ziel...

Dabei geht es nicht zuletzt darum, die Kompetenz erwerben zu können, die es Verbraucherinnen und Verbrauchern ermöglicht, im Rahmen marktwirtschaftlich bedingter struktureller Benachteiligung (strukturelles Marktungleichgewicht) selbstbestimmt ihre individuell bedarfsgerechten Entscheidungen treffen zu können. Bei dieser grundsätzlichen Zielsetzung besitzt schulische Verbraucherbildung zwei Gestaltungsaspekte: den rechtlichen und den pädagogischen Aspekt.Rechtlich betrachtet unterstützt und fördert schulische Verbraucherbildung die Selbstbestimmung der Schülerinnen und Schüler als jenen Teil des grundgesetzlich verbrieften Rechts... Der Verbraucherbildung liegt damit stets die Verbraucher-Unternehmens-Beziehung als Spannungsfeld der individuellen Entscheidungen zugrunde.Pädagogisch betrachtet unterstützt und fördert schulische Verbraucherbildung die Selbstwirksamkeitswahrnehmung der Schülerinnen und Schüler hier als Verbraucherinnen und Verbraucher. Unter Selbstwirksamkeitswahrnehmung ist die subjektive Gewissheit zu verstehen, neue beziehungsweise schwierige Anforderungssituationen auf Grund eigener Kompetenz bewältigen zu können. Auf dieser Grundlage zielt schulische Verbraucherbildung darauf, den Erwerb der Kompetenz zu ermöglichen, individuell bedarfsgerechte Entscheidungen im Sinne eigener Bedarfe und Interessen vorzubereiten, zu reflektieren und zu treffen. Diese Generalkompetenz untergliedert sich in die fünf Teilkompetenzen:► Orientierungskompetenz: die Fähigkeit, sich im Kontext des freiheitlich demokratischen Rechtsstaates und struktureller Benachteiligung als Verbraucher:innen zu verstehen,► Analysekompetenz: die Fähigkeit sich komplexe und vielschichtige verbraucherentscheidungsrelevante Sachverhalte,...

Thematisch besitzt schulische Verbraucherbildung ganz selbstverständlich Schnittstellen zu anderen Bereichen der schulischen Bildung (z.B. Medienbildung, politische Bildung). Sie wird aber von diesen nicht vollständig abgedeckt, noch deckt sie diese vollständig ab. Diese Schnittstellen zwischen Verbraucherbildung und den anderen schulischen Bildungsbereichen veranschaulicht folgende Abbildung 1.Abbildung 1: Schulische Verbraucherbildung und ihre Schnittstellen Quelle: eigene Darstellung, in Anlehnung an Schlegel-Matthies 2011, S. 9.

Das Thema Verbraucherbildung wird an den Schulen und im Unterricht immer bedeutender. Schülerinnen und Schüler erfahren im Alltag ein wachsendes Angebot an Konsummöglichkeiten und erleben eine schnelle digitale Entwicklung. Die Grafik zeigt eine stilisierte, gezeichnete Szene mit zwei Personen beim Einkaufen auf einem gelben Hintergrund. Das Bild nutzt einfache Linienzeichnungen in blauer, schwarzer und weißer Farbe mit wenigen Details, um die Personen und Objekte darzustellen. Links, in einer weißen Sprechblase, steht der Text: „Fit für den Konsumalltag!“ Rechts von der Sprechblase steht eine lächelnde Person mit kurzen Haaren.

Sie trägt ein blaues Oberteil, eine gelbe Hose, schwarze Schuhe und in der rechten Hand eine blaue Einkaufstasche. Mit der linken Hand zeigt sie auf eine Reihe von weißen Kreisen mit Symbolen und Beschriftungen. Diese sind in der rechten oberen Hälfte der Grafik abgebildet. Rechts vor der Person steht ein Einkaufswagen. Im Einkaufswagen befinden sich mehrere Einkaufstaschen: zwei weiße, eine blaue und eine graue. Eine frühzeitige und umfassende Bildung von Kindern und Jugendlichen in Verbraucherthemen – dafür engagieren wir uns im Verbraucherzentrale Bundesverband gemeinsam mit den Verbraucherzentralen der Länder.

Unser Ziel ist die Verankerung von Verbraucherbildung an allen Schulen. Verbraucherbildung schärft einen kritischen Blick auf das Konsumhandeln. Sie ermöglicht es, Kompetenzen zu erwerben, um selbstbestimmt gute Entscheidungen zu treffen – für sich, für die Umwelt und die Gesellschaft. Im Sinne eines präventiven Verbraucherschutzes werden Lernende für die Rolle als Verbraucher:in im Zusammenspiel mit Wirtschaft und Politik sensibilisiert und gesellschaftliche Teilhabe gefördert. Im Netzwerk Verbraucherbildung erhalten Schulen, Lehrkräfte und Multiplikator:innen praktische Unterstützungsangebote, wie qualitätsgeprüfte Unterrichtsmaterialien, Online-Fortbildungen und Austauschmöglichkeiten. Dabei sind wir stets den hohen Qualitätsstandards für unsere Bildungsangebote verpflichtet, orientieren uns am gemeinsamen Bildungsverständnis der Verbraucherzentralen und arbeiten unabhängig von wirtschaftlichen Interessen.

Mit unseren politischen Forderungen setzen wir uns für verbindliche Verbraucherbildung an Schulen ein. Als Dachverband der 16 Verbraucherzentralen engagiert sich der vzbv auch in der Bildungspolitik. Wir fordern von Bund und Ländern eine verbindliche Umsetzung von Verbraucherbildung in der Schule, eine verlässliche Qualitätssicherung von Unterrichtsmaterial und die Werbefreiheit des Lernraums Schule. Die Verbraucherzentralen und ihr Bundesverband stehen für eine Verbraucherbildung, die frei von ökonomischen Interessen ist und in der die Perspektiven und Bedarfe von Verbraucher:innen im Zentrum stehen. Grundsätze und Ziele unserer Arbeit haben wir mit einem gemeinsamen Bildungsverständnis festgehalten.

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